Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zum Thema „Klimawandel“
Art Beschreibung Zeithorizont1 Verortung2 Finanzielle Auswirkung Konzepte Maßnahmen Ziele
Anpassung an den Klimawandel
Risiko Physische Klimarisiken können mit finanziellen Auswirkungen durch Schäden an Vermögenswerten und Betriebsunterbrechungen an den Standorten von Covestro einhergehen. M, L 2 Finanzlage, Ertragslage
Klimaschutz
Auswirkung (potenziell negativ) Durch die Produktion, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien – sowie die damit verbundene Elektrifizierung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette – ist Covestro direkt mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden. Diese Aktivitäten beinhalten häufig die Gewinnung von Mineralien wie Lithium für Batterien und Seltene Erden für Windkraftanlagen, was zur Zerstörung von Lebensraum, Bodendegradation und Wasserverschmutzung führen kann. M, L 1
Auswirkung (potenziell negativ) Covestro trägt durch seine nachgelagerten Aktivitäten, einschließlich Transport, Verarbeitung und Produktnutzung, zu potenziell negativen Auswirkungen auf die Biodiversität bei. Diese Tätigkeiten erhöhen die Treibhausgasemissionen, was den Klimawandel und dessen Folgen für die Vielfalt der Ökosysteme beschleunigt. M, L 3 Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen, Reduktion Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer, MAKE-Projekte, weitere Maßnahmen Netto-Null-Treibhausgas-emissionen für Scope 3
Auswirkung (tatsächlich negativ) Covestro ist durch seine Geschäftsbeziehungen direkt mit Treibhausgasemissionen aus Aktivitäten der vorgelagerten Wertschöpfungskette verbunden (eigene Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen). Diese Emissionen spiegeln sich in den vorgelagerten Scope-3-Treibhausgasemissionen wider, insbesondere in Scope 3.1 (eingekaufte Waren und Produkte) und Scope 3.4 (vorgelagerter Transport und Distribution). Der daraus resultierende Klimawandel verursacht tatsächlich negative Auswirkungen und beeinträchtigt indirekt Gesundheit, natürliche Lebensressourcen und Lebensräume durch erhöhte Treibhausgasemissionen. Diese Auswirkungen zeigen sich in Form von Extremwetterereignissen, veränderten Wettermustern und steigendem Meeresspiegel, was soziale und geopolitische Konflikte auslöst. K, M, L 1 Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen, Reduktion Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer, MAKE-Projekte, weitere Maßnahmen Netto-Null-Treibhausgas-emissionen für Scope 3
Auswirkung (tatsächlich negativ) Die eigenen Betriebsaktivitäten von Covestro verursachen Treibhausgasemissionen, sowohl direkt aus den Anlagen (Scope 1) als auch durch zugekaufte Energie (Scope 2). Diese Emissionen tragen zum globalen Klimawandel und dessen zunehmenden Auswirkungen bei. K, M, L 2 CO2-Roadmap; HSEQ-Management-system Nachhaltigere Produktions-prozesse, Strom aus erneuerbaren Quellen, klimaneutraler Dampf Netto-Null-Treibhausgas-emissionen für Scope 1 und Scope 2
Energie
Auswirkung (potenziell positiv) Covestro beschafft strategisch Energie aus erneuerbaren Quellen für seine betrieblichen Aktivitäten und trägt damit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei. Der Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch liegt bei etwa 7 %. Diese Entwicklung trägt zu einer potenziell positiven Auswirkung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette bei. K, M, L 1 CO2-Roadmap; HSEQ-Management-system Strom aus erneuerbaren Quellen, klimaneutraler Dampf Netto-Null-Treibhausgas-emissionen für Scope 1 und Scope 2
Auswirkung (tatsächlich negativ) Der Betrieb der Produktionsanlagen von Covestro erfordert einen erheblichen Energieverbrauch, der hauptsächlich durch Elektrizität und Dampf gedeckt wird, die wiederum von extern bezogen werden und auf fossilen Brennstoffen basieren. Dieser Energieverbrauch trägt durch die Emission umweltschädlicher Gase, darunter Kohlendioxid (CO2), Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxide (NOx), zu tatsächlichen negativen Auswirkungen auf den Klimawandel bei. K, M, L 1 CO2-Roadmap; HSEQ-Management-system Strom aus erneuerbaren Quellen, klimaneutraler Dampf, Nachhaltigere Produktions-prozesse Netto-Null-Treibhausgas-emissionen für Scope 1 und Scope 2

1 Zeithorizont unterteilt in kurzfristig (K), mittelfristig (M) und langfristig (L)

2 Verortung innerhalb der Wertschöpfungskette unterteilt in vorgelagerte Wertschöpfungskette (1), eigene Geschäftstätigkeit (2) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (3)

Strategie

Unser Übergangsplan für den Klimaschutz

Unser Ziel zur Transformation hin zu Netto-Null-Emissionen soll uns auf die Zukunft vorbereiten und die identifizierten wesentlichen Auswirkungen und Risiken mindern sowie helfen, Chancen aktiv zu nutzen, indem wir unsere Produkte künftig klimaneutral produzieren. Für Covestro als energieintensives Unternehmen mit komplexen Wertschöpfungsketten bedeutet dies nicht nur, die Energieeffizienz konsequent voranzutreiben, nachhaltigere Produktionsprozesse zu etablieren und klimaneutrale Energieträger zu verwenden, sondern auch die Abkehr von der Nutzung fossiler Rohstoffe und die Befürwortung eines ganzheitlichen Ansatzes nachhaltigerer Produktions- und Geschäftsmodelle. Dieser Wandel hilft uns, klimafreundliche Produkte auf den Markt zu bringen und konkrete Klimaziele zu erreichen.

In Übereinstimmung mit dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC und der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) verstehen und unterstützen wir Klimaneutralität als das gesellschaftliche Ziel, bis spätestens zum Jahr⁠ ⁠2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Das bedeutet, dass die von der Menschheit verursachten Emissionen durch die natürliche Absorptionsfähigkeit des Planeten entfernt werden können und somit nicht mehr klimawirksam sind. Insofern sind die Zeithorizonte unserer Klimaziele entsprechend definiert, um den internationalen und europäischen Ambitionen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5⁠ ⁠°C des Pariser Abkommens zu entsprechen.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Ziele“

Um unsere Netto-Null-Ziele an allen umweltrelevanten Standorten bezogen auf Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope⁠ ⁠1) und Emissionen aus dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten (Scope⁠ ⁠2) bis Ende 2035 zu erreichen, haben wir drei Hebel definiert. Wir planen die Optimierung unserer Produktionsprozesse, sodass diese eine nachhaltigere und energieeffizientere Herstellung unserer Produkte ermöglichen. Daneben beabsichtigen wir, den Anteil des Bezugs von Strom aus erneuerbaren Quellen signifikant zu erhöhen. Ebenso setzen wir künftig vermehrt auf die Nutzung von klimaneutralem Dampf.

Darüber hinaus haben wir zur Reduktion der Emissionen aus den vor- und nachgelagerten Prozessen in der Wertschöpfungskette (Scope⁠ ⁠3) vier wesentliche Hebel identifiziert. Der erste Hebel besteht darin, dass Zulieferer ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen reduzieren. Zahlreiche Rohstofflieferanten von Covestro haben selbst bereits Scope-1- und Scope-2-Ziele festgelegt, die wiederum auf die Scope-3-Ziele von Covestro einzahlen können. Der zweite Hebel ist der profitable Verkauf von Produkten, die auf alternativen Rohstoffen basieren. Der dritte Hebel sind unsere sogenannten MAKE-Projekte, wobei es sich um Investitionsprojekte handelt, mit denen Covestro alternative Rohstoffe mit einem geringeren CO2-Fußabdruck herstellt. Der vierte Hebel umfasst eine Vielzahl verschiedener Faktoren, bspw. die Erhöhung von Recyclingquoten sowie Veränderungen in der Logistik und der Primärenergiegewinnung.

Um die Netto-Null-Emissionen an allen umweltrelevanten Standorten für Scope⁠ ⁠1 und Scope⁠ ⁠2 erreichen zu können, geht Covestro von Investitionen zwischen 250 und 600⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ für nachhaltigere Produktionsprozesse bis zum Jahr⁠ ⁠2035 aus. Die steigende Energieeffizienz soll zur Einsparung jährlicher operativer Kosten von 50 bis 100⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ führen. Dagegen erwartet Covestro auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen höhere operative Kosten für den Einkauf erneuerbarer Energien in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrags pro Jahr. Diese Kostenannahmen basieren auf der historischen Erfahrung, dass Preise für fossile Energien niedriger sind als für erneuerbare Energien.

Zur Erreichung der Scope-3-Ziele erwartet Covestro kurzfristig keine signifikanten zusätzlichen operativen Kosten. Wir werden bis zum Jahr⁠ ⁠2035 ca.⁠ ⁠580⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ in eigene Recycling- und biobasierte Technologien (MAKE-Projekte) investieren. Mittel- und langfristig sind zusätzliche operative Kosten und Investitionen noch zu evaluieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese aufgrund einer noch hohen Ungewissheit in der Technologiereife und in Bezug auf Regularien und Kundenanforderungen schwierig zu beziffern.

Die benötigten Investitionen sind feste Bestandteile der Ressourcen- und Allokationsplanung und dediziert zu konkreten Projekten.

Diese dedizierten Allokationen von Investitionsausgaben (CapEx) zu CO2-Roadmap- und MAKE-Projekten können es uns ermöglichen, nicht nur eine effiziente und kostengünstige Transformation zu erzielen, sondern auch auf zukunftsgerichtete Technologien zu setzen.

Wir streben nach einer Vermeidung von signifikanten Treibhausgasemissionserhöhungen bei Neuinvestitionen durch hohe Wärmeintegrationsraten, den Einsatz hochmoderner Prozesstechnologien und eine zukunftsgerichtete Infrastruktur. Bei der Berechnung unserer Klimaziele wurden bereits Steigerungen der jährlichen Treibhausgasemissionen im Rahmen unserer Wachstumsstrategie berücksichtigt.

Wir sehen keine Risiken in der Zielerreichung durch Locked-in-Emissionen, da Covestro mit bestehenden Anlagen Produkte mit nachhaltigen Eigenschaften für unsere Abnehmerindustrien produzieren kann. Für erneuerbare Energien ist der Wechsel auf andere Bezugsquellen industrieweit etabliert. In Bezug auf stoffliche Nutzung findet die Integration klimaneutraler Produktionsrohstoffe vor allem mittels des sogenannten Massenbilanzverfahrens statt. Dabei werden in den vorgelagerten Wertschöpfungsstufen alternative Produktionsrohstoffe in die Produktion integriert und die nachhaltigen Produktattribute dann nach standardisierten und international anerkannten Verfahren entlang der folgenden Wertschöpfungskette auf spezifische Endprodukte allokiert. Der Massenbilanzansatz ermöglicht es, zunehmend klimaneutrale und zirkuläre Rohstoffe in die bestehende Asset-Struktur zu integrieren. Unser Massenbilanzverfahren ist bereits für mehrere Standorte durch ISCC PLUS zertifiziert.

Für das Geschäftsjahr⁠ ⁠2025 weisen wir keine Wirtschaftstätigkeiten als taxonomiekonform im Sinne der EU-Verordnung 2020/852 und dazugehöriger erlassener delegierter Rechtsakte aus. Große Teile unseres Portfolios sind aktuell nicht von der EU-Taxonomie erfasst und können nicht als taxonomiefähig ausgewiesen werden, wie z.⁠ ⁠B. die Herstellung von Diisocyanaten (bspw. Diphenylmethan-Diisocyanate bzw. MDI und Toluylen-Diisocyanate bzw. TDI), die für die Weiterverarbeitung zu Polyurethan benötigt werden. Daher ist nur ein geringer Anteil des Portfolios von Covestro potenziell taxonomiekonform. Insofern ist eine Aussage, ob und inwieweit die oben genannten geplanten Investitionen und operativen Ausgaben zur Erreichung unserer Treibhausgas-Reduktionsziele gleichzeitig zu einer Erhöhung des Anteils der taxonomiekonformen Tätigkeiten führen, nicht praktikabel.

Für weitere Informationen siehe „EU-Taxonomie“

Covestro kauft an den meisten Standorten benötigte Energien, Strom, Dampf und Kälte ein. An wenigen Standorten werden die Energien selbst auf Basis fossiler Brennstoffe, wie Kohle, Öl oder Gas, hergestellt. Für das Geschäftsjahr⁠ ⁠2025 wurden keine signifikanten Investitionen für diese Anlagen getätigt.

Gemäß einer Selbsteinschätzung erfüllte die Covestro⁠ ⁠AG im Geschäftsjahr⁠ ⁠2025 grundsätzlich alle Voraussetzungen, um in Paris-abgestimmten EU-Referenzwerten (Paris-aligned Benchmarks, PABs) gelistet werden zu können. Covestro ist im Berichtsjahr weder in Aktivitäten involviert, die einen Ausschluss verlangen, noch wurden relevante Umsätze über den definierten Schwellenwerten durch Aktivitäten erzielt, die einen Ausschluss verlangen. Die Prüfung erfolgte anhand der Ausschlusskriterien gemäß Artikel 12 der delegierten Verordnung (EU) 2020/1818 (Mindeststandards für EU-Referenzwerte für den klimabedingten Wandel und für Paris-abgestimmte EU-Referenzwerte). Darüber hinaus erhielt Covestro keine Kenntnis über den Ausschluss aus PABs.

Unsere Ausrichtung auf Netto-Null-Emissionen und Kreislaufwirtschaft ist ein Kernelement unserer Unternehmensstrategie. Ambitionierte Reduktionsziele für Emissionen aus unserer eigenen Produktion sowie aus zugekauften Energiequellen sind ebenso ein Bestandteil wie jene für Emissionen aus den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten. Die damit verbundenen erforderlichen Investitionen, deren Einsparpotenzial und zusätzliche operative Kosten fließen in die regelmäßigen internen Planungsprozesse ein.

Die Ziele und Maßnahmen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen wurden vom Vorstand verabschiedet und dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Seit Veröffentlichung unserer Scope-1- und -2-Ziele im Jahr⁠ ⁠2022 wurden die Maßnahmen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen in Form einer CO2-Roadmap definiert, Fortschritte bewertet und regelmäßig an den Vorstand berichtet. Um die Auswirkungen von Investitionen auf die Treibhausgasemissionen zu bewerten, werden verschiedene Softwarelösungen verwendet. Die CO2-Roadmap wird jährlich überprüft, aktualisiert und mit dem Technologievorstand besprochen.

Seit Verkündung der Scope-3-Ziele Anfang 2024 wurden Implementierungsgremien etabliert, um die Übergangspläne im Einklang mit verschiedenen Unternehmensfunktionen zu operationalisieren. Diese Gremien, bestehend aus Führungskräften aus Group Innovation & Sustainability, Process Technology, Group Procurement, Controlling, Group Health, Safety, Environment and Reliability und Strategy sowie aus den Geschäftseinheiten, diskutieren und allokieren Ressourcen zur Umsetzung unseres Übergangsplans.

Weitere Informationen sowie Beispiele zu Einzelmaßnahmen auf Ebene der einzelnen Reduktionshebel sind im Abschnitt „Konzepte und Maßnahmen“ aufgeführt. Details zu unseren Treibhausgasemissionen im Berichtsjahr und im Vorjahr finden sich im Abschnitt „Kennzahlen“.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Kennzahlen“

Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Konzepte und Maßnahmen“

Resilienzanalyse

Covestro führte im Jahr 2024 eine umfassende physische Klimarisikoanalyse für 47 Standorte durch, bei der elf potenziell wesentliche physische Risiken für die Jahre⁠ ⁠2030, 2040 und 2050 auf der Grundlage des SSP5-8.5-Szenarios identifiziert wurden: Hitzestress, Wasserstress, Meeresspiegelanstieg, Hitzewelle, Tornado, tropischer Wirbelsturm, Sturm, Dürre, Überschwemmung, starker Niederschlag und Bodensenkung. Im Jahr 2025 wurde diese Analyse aktualisiert und um einen neuen Standort ergänzt. Daneben wurden einzelne Standorte aus der Betrachtung herausgenommen, wenn diese z.⁠ ⁠B. veräußert wurden oder eine Stilllegung der Produktion erfolgte. Für die neuen Standorte des im zweiten Halbjahr akquirierten Unternehmens Pontacol haben wir im Berichtsjahr eine qualitative Abschätzung vorgenommen. Bei den Aktualisierungen wurden keine neuen wesentlichen physischen Risiken identifiziert.
Weitere Informationen zu den Unternehmenszukäufen im Berichtsjahr sind im Kapitel „Grundlagen für die Erstellung“ zu finden.

Innerhalb der Resilienzanalyse wird ein Fragebogen verwendet, um bestehende Maßnahmen pro Standort zu bewerten, die geeignet sind, sich an die identifizierten Gefahren anzupassen. Auf Basis der im Vorjahr durchgeführten physischen Klimarisikoanalyse wurde der Austausch mit den Standorten im Berichtsjahr verfeinert und detailliert fortgesetzt.

An drei unserer Produktionsstandorte in Asien reichen die identifizierten baulichen Maßnahmen nicht aus, um die im Rahmen des Worst-Case-Szenarios prognostizierten Risiken Meeresspiegelanstieg und Überschwemmung zu großen Teilen abzumildern. Für diese Standorte wurden weitere geeignete Mitigationsmaßnahmen identifiziert und priorisiert sowie das zuständige Management, einschließlich des CTOs, informiert. Es wurde ein Prozess etabliert, um die Fortschritte der Maßnahmen an den drei Standorten voranzutreiben und regelmäßig zu überprüfen. An allen anderen Standorten sind die identifizierten baulichen und organisatorischen Maßnahmen geeignet, um die chronischen und akuten Risiken abzumildern. Für die Risiken Hitzestress, Wasserstress, Meeresspiegelanstieg, tropischer Wirbelsturm, Sturm, Überschwemmung, Bodensenkung und Hitzewelle planen und bewerten wir für einige Standorte weitere Maßnahmen, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Nach heutiger Kenntnis sehen wir keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Covestro.

Aufgrund der szenariobasierten Analyse bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich des spezifischen Ausmaßes jeder der Gefahren pro Standort bestehen. Eine kontinuierliche Überwachung der physischen Risiken und der Angemessenheit der damit verbundenen Anpassungsmaßnahmen stellt sicher, dass bei Vorliegen neuer Informationen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden können.

Konzepte und Maßnahmen

Die identifizierten wesentlichen Auswirkungen werden im Rahmen unserer Unternehmensrichtlinien zu Nachhaltigkeit und Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Energie, Qualität (HSEQ) global adressiert.

Für die wesentlichen Auswirkungen in den Bereichen Klimaschutz und Energie werden die globalen Unternehmensrichtlinien durch unsere CO2-Roadmap sowie durch unser integriertes HSEQ-Managementsystem operationalisiert. Die CO2-Roadmap bildet die Grundlage für die Priorisierung konkreter Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und soll grundsätzlich direkte und indirekte Emissionsquellen nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) adressieren und bewerten. Eine Priorisierung erfolgt auf globaler Ebene basierend auf Treibhausgas-Vermeidungskosten sowohl für Eigeninvestitionen als auch für den Einkauf von erneuerbaren oder klimaneutralen Energien und alternativen Rohstoffen.

Die Identifikation von Emissionsminderungsmaßnahmen erfolgt in enger Abstimmung zwischen unseren Standorten und relevanten Unternehmensfunktionen wie Group Innovation & Sustainability, Group Procurement, Logistik und den Geschäftseinheiten. Die gemeinsame Aufgabe besteht darin, neue nachhaltigere Prozesstechnologien, Energieeffizienzprojekte und Einkaufsstrategien zu erarbeiten und zu implementieren. Dies beinhaltet auch die interne und externe Positionierung zu relevanten Maßnahmen zur Erreichung der Netto-Null-Emissionsziele, wie z.⁠ ⁠B. CO2-Abscheidung und Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS), CO2-Abscheidung und Nutzung (Carbon Capture and Usage, CCU), Massenbilanzierung und CO2-Kompensationen. Nach der zentralen Priorisierung durch die Implementierungsgremien werden selektierte technische Maßnahmen und Einkaufsmaßnahmen bei der jährlichen Ressourcen- und Allokationsplanung berücksichtigt, die vom Vorstand verabschiedet wird.

Weitere Informationen und Details zum integrierten HSEQ-Managementsystem sind im Kapitel „ESRS E2: Umweltverschmutzung“ enthalten.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E2: Umweltverschmutzung“

In Verbindung mit dem Nachhaltigkeitsaspekt „Anpassung an den Klimawandel“ wurde zwar ein wesentliches Brutto-Risiko im Rahmen der Klimarisikoanalyse identifiziert; derzeit sehen wir jedoch keine Notwendigkeit, konzernweite Konzepte oder Maßnahmen abzuleiten, die den Einsatz signifikanter Ressourcen bedingen. Individuelle Maßnahmen für einzelne Standorte werden auf Basis der Resilienzanalyse bewertet.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Resilienzanalyse“

Maßnahmen zur Erreichung des Scope-1- und Scope-2-Netto-Null-Ziels

Nachfolgend werden die drei Hebel zur Erreichung unseres Reduktionsziels sowie unsere Fortschritte auf dem Weg zur Zielerreichung im Detail dargestellt.

1 Unter Berücksichtigung von Kompensationsmaßnahmen in den Handlungsfeldern zum Ausgleich etwaiger residualer Emissionen

2 Die Erreichung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen ist definiert als ein Gleichgewicht zwischen der anthropogenen Erzeugung von Treibhausgasemissionen (aus eigener Produktionstätigkeit sowie aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten) und dem anthropogenen Abbau von Treibhausgasemissionen.

Nachhaltigere Produktionsprozesse

Wir investieren kontinuierlich in den Ausbau bestehender und den Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Dabei verpflichten wir uns zum Einsatz modernster klimafreundlicher Technologien für nachhaltigere Produktionsprozesse. Im Fokus stehen dabei sowohl die Verringerung des Energieverbrauchs durch gesteigerte Energieeffizienz als auch die Verringerung von Prozessemissionen in der Produktion. Die Projekte unserer langfristigen Investitionsplanung sind bereits bei der Formulierung unserer Klimaziele und der dazugehörigen CO2-Roadmap berücksichtigt. Im Berichtsjahr haben wir bspw. die Modernisierung unserer TDI-Anlage in Dormagen abgeschlossen. Die modernisierte Anlage wird bis zu 70⁠ ⁠% weniger Energie als ein konventioneller Prozess verbrauchen. Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 17⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ in Maßnahmen im Rahmen der CO2-Roadmap investiert. Dies entspricht 1,7⁠ ⁠% der Investitionen in Sachanlagen des Geschäftsjahres. Davon entfallen 8⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten. Die CO2-Roadmap adressiert ein wesentlich breiteres Spektrum unserer Wirtschaftsaktivitäten, als aktuell von der EU Taxonomie-Verordnung erfasst sind.

Für weitere Informationen siehe „EU-Taxonomie“

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang, Anhangangabe 13.2 „Sachanlagen“

Strom aus erneuerbaren Quellen

Neben der effizienteren Energienutzung in unserer Produktion ist der Umstieg auf erneuerbare Energien ein wichtiger Hebel auf unserem Weg zu Netto-Null-Emissionen. So möchte Covestro zukünftig die Deckung seines Energiebedarfs vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Dazu werden u.⁠ ⁠a. neue Versorgungskonzepte entwickelt und Energiebezugsverträge, insbesondere bezogen auf Strom, für erneuerbare Energien abgeschlossen. Um den Wechsel zu nachhaltigeren Energiequellen (bezogen auf die Scope-2-Emissionen) weiter voranzutreiben, werden wir vor allem auf innovative Kooperationsmodelle und Technologien bauen.

Zusätzlich zu den bereits existierenden Vereinbarungen zum Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen haben wir im Berichtsjahr weitere Vereinbarungen z.⁠ ⁠B. für unsere Standorte in Nordrhein-Westfalen und Shanghai (China), abgeschlossen. Dabei wurde sowohl auf Lieferverträge für Strom aus erneuerbaren Quellen als auch auf Grünstromzertifikate (z.⁠ ⁠B. Herkunftsnachweise in Europa) gesetzt. Damit soll ein Beitrag zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks in der Produktion unserer Produkte und in den Anwendungen unserer Kunden geleistet werden.

Für weitere Informationen siehe „Wertschöpfungskette – Einkauf“

Klimaneutraler Dampf

Weiterhin evaluieren wir Optionen zur Nutzung biogener und erneuerbarer Energieträger, wie Wasserstoff und Wasserstoffderivate oder direkte Elektrifizierung, sowie die Nutzung von „Carbon Capture“-Technologien für die klimaneutrale Versorgung mit Prozesswärme an unseren Standorten. Diese Technologien zur Bereitstellung von klimaneutralem Dampf können perspektivisch wichtige Beiträge zur Minderung von Treibhausgasemissionen liefern, bspw. indem Wasserstoff und dessen Derivate zur energetischen Nutzung und in der chemischen Industrie im Rahmen der CO2-Konvertierung vor allem zur stofflichen Nutzung eingesetzt werden können.

Covestro investierte erstmals in eine innovative Wärme-Batterie am Standort Brunsbüttel: Die Rondo Heat Battery speichert intermittierend erneuerbare Energie und liefert durchgehend Hochtemperatur-Dampf – und bietet somit eine nachhaltige Alternative zur Dampferzeugung mit fossilen Energieträgern. Die RHB100-Wärme-Batterie soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Sie wird dann 10⁠ ⁠% des benötigten Dampfs am Standort produzieren, was bis zu 13.000⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten pro Jahr einspart.

Im Geschäftsjahr fanden keine signifikanten operativen Betriebsausgaben (OpEx-Ausgaben) zu oben genannten Maßnahmen statt. Auch in den folgenden Geschäftsjahren sind keine OpEx-Ausgaben für diese Maßnahmen in signifikanter Höhe geplant. Weitere Details zu geplanten Ausgaben sind im Kapitel „Unser Übergangsplan für den Klimaschutz“ zu finden.

Maßnahmen zur Erreichung des Scope-3-Netto-Null-Ziels

Nachfolgend werden die vier Hebel zur Erreichung unseres Reduktionsziels im Detail dargestellt.

1 Aufgrund von Rundungen addieren sich die Mengen der vier Handlungsfelder nicht exakt auf –⁠ ⁠10,0⁠ ⁠Mio. t CO2-Äquivalente.

Reduktion Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer

Zahlreiche Rohstofflieferanten von Covestro haben selbst bereits Scope-1- und Scope-2-Ziele festgelegt, die wiederum auf die Scope-3-Ziele von Covestro einzahlen können. Zur Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer steht Covestro in aktivem Austausch mit seinen Lieferanten. Im Berichtsjahr haben wir bspw. am Standort Shanghai (China) importiertes Ammoniak durch Ammoniak eines lokalen Partners mit einem geringeren CO2-Fußabdruck ersetzt. Weitere wichtige kurzfristige Handlungsfelder sind u.⁠ ⁠a. Elektrifizierung, Effizienzsteigerung und CCS bei den Fertigungsprozessen der Zulieferer.

Alle Aktivitäten im Rahmen dieses Hebels führten im Berichtsjahr zu einer kumulierten Reduktion unserer Scope-3-Emissionen in Höhe von ca. 0,5⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten.

Für weitere Informationen siehe „Wertschöpfungskette – Einkauf“

Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen

Mit seinem CQ-(„Circular Intelligence“-)Label hat Covestro bereits zirkuläre Lösungen im Produktportfolio, die zum Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen beitragen. CQ-Produkte bestehen zu mindestens 25⁠ ⁠% aus alternativen, nichtfossilen Rohstoffen.

Des Weiteren hat Covestro im Berichtsjahr eine Technologie angewandt, um seine Auswirkungen auf den Klimawandel anhand der Lebenszyklusanalyse (LCA) einschließlich des Produkt-Kohlenstofffußabdrucks (PCF) für fast alle Produkte automatisch zu bewerten. Die Methodik entspricht den relevanten ISO-Normen und erfüllt die TfS(Together for Sustainability)-Richtlinien für den B2B-Austausch von Nachhaltigkeitsdaten in der gesamten Branche. Die Technologie wurde von der TÜV Rheinland Energy & Environment GmbH, Köln, zertifiziert.

Unsere Aktivitäten innerhalb dieses Hebels führten im Berichtsjahr zu einer kumulierten Reduktion der Scope-3-Emissionen in Höhe von unter 0,1⁠ ⁠Mio. t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten.

Für weitere Informationen siehe „Nachhaltige Lösungen“

MAKE-Projekte

MAKE-Projekte sind unsere Eigeninvestitionen in die Entwicklung von nachhaltigeren Prozesstechnologien. Dazu gehören bspw. die Herstellung von⁠ ⁠biobasiertem Anilin⁠ ⁠oder die Nutzung eigener Recyclingtechnologien, um die Verwendung von recycelten Rohstoffen zu ermöglichen. Ein weiteres Beispiel für ein MAKE-Projekt ist die⁠ ⁠Evocycle-CQ-Technologie⁠ ⁠von Covestro, die beim Recycling von Matratzen zur Anwendung kommt. Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 3⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ CapEx in MAKE-Projekte investiert; dies entspricht 0,3⁠ ⁠% der Investitionen in Sachanlagen des Geschäftsjahres. Davon entfallen keine signifikanten Beträge auf taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten.

Wir erzielten mit unseren Aktivitäten innerhalb dieses Hebels im Berichtsjahr keine signifikante Reduktion von Scope-3-Emissionen.

Für weitere Informationen siehe „Innovation – Prozesstechnologieinnovationen“

Für weitere Informationen siehe „EU-Taxonomie“

Für weitere Informationen siehe Konzernanhang, Anhangangabe 13.2 „Sachanlagen“

Weitere Maßnahmen

Zu den weiteren Maßnahmen gehören bspw. die Erhöhung von Recyclingquoten zur Verringerung der Emissionen aus der Abfallverbrennung, Veränderungen in Logistikprozessen wie bspw. der Einsatz von Elektro-Lkw und Veränderungen in der Primärenergiegewinnung. Außerdem sollen Innovationsprozesse durch digitale Forschung und Entwicklung und künstliche Intelligenz beschleunigt werden.

Unsere Aktivitäten innerhalb dieses Hebels führten im Berichtsjahr noch nicht zu einer signifikanten Reduktion der Scope-3-Emissionen.

Die Scope-3-Ziele basieren auf den oben beschriebenen Hebeln und ihren Beiträgen (siehe Grafik). Die aktuellen Kennzahlen zu unseren Scope-3-Emissionen sind im Abschnitt „Treibhausgasemissionen“ dargestellt.

Im Geschäftsjahr⁠ ⁠2025 fielen keine signifikanten operativen Betriebsausgaben (OpEx-Ausgaben) zur Reduktion von Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer und im Zusammenhang mit dem Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen und den weiteren Maßnahmen an. Auch in den folgenden Geschäftsjahren sind keine OpEx-Ausgaben für diese genannten Maßnahmen in signifikanter Höhe geplant. Weitere Details zu geplanten Ausgaben sind im Kapitel „Unser Übergangsplan für den Klimaschutz“ zu finden.

Ziele

Anpassung an den Klimawandel

In Verbindung mit dem Nachhaltigkeitsaspekt „Anpassung an den Klimawandel“ hat sich Covestro derzeit kein konzernweites Ziel im Sinne der ESRS gesetzt, da keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell erwartet werden.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Resilienzanalyse“

Klimaschutz

Im Jahr⁠ ⁠2022 wurden absolute Reduktionsziele für unsere Scope-1- und -2-Treibhausgasemissionen für alle umweltrelevanten Standorte veröffentlicht. Im Jahr⁠ ⁠2023 wurde zusätzlich ein absolutes Reduktionsziel für die Scope-3-Treibhausgasemissionen gesetzt.

In Bezug auf mögliche verbleibende residuale Emissionen in der Zukunft, also jene, die technisch nicht vermeidbar sind, werden aktuell die Nutzung von technischen und natürlichen CO2-Senken oder Kompensationsmaßnahmen als potenzieller Ausgleich für alle Treibhausgasemissionen (Scope⁠ ⁠1, Scope⁠ ⁠2 und Scope⁠ ⁠3) evaluiert.

Im Basisjahr⁠ ⁠2020 haben die Scope-1-Emissionen 22⁠ ⁠% und die (marktbezogenen) Scope-2-Emissionen 78⁠ ⁠% der kombinierten Scope-1- und Scope-2-Emissionen ausgemacht. Das Geschäftsjahr⁠ ⁠2020 wurde als Basisjahr gewählt, da die Emissionen den Mittelwert der letzten drei Jahre darstellten, als die Ziele im Jahr⁠ ⁠2022 festgelegt und veröffentlicht wurden. Im Berichtsjahr war das Verhältnis 18⁠ ⁠% Scope-1-Emissionen zu 82⁠ ⁠% Scope-2-Emissionen. Bis zum Jahr⁠ ⁠2035 sollen Netto-Null-Treibhausgasemissionen für Scope⁠ ⁠1 und Scope⁠ ⁠2 an allen umweltrelevanten Standorten erreicht werden. Wir gehen aktuell davon aus, dass im Jahr⁠ ⁠2035 residuale Emissionen in Höhe von 0,3 bis 0,5⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten verbleiben könnten. Somit entspricht unser Netto-Null-Ziel für das Jahr⁠ ⁠2035 einer Reduktion der Bruttoemissionen gegenüber dem Basisjahr⁠ ⁠2020 in Höhe von 91,1⁠ ⁠% bis 94,6⁠ ⁠%. Auf dem Weg zu diesem Ziel plant das Unternehmen, die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen von 5,6⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten im Referenzjahr⁠ ⁠2020 bis zum Jahr⁠ ⁠2030 um 60⁠ ⁠% auf 2,2⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalente zu senken (ohne Berücksichtigung von Kompensationsmaßnahmen). Covestro hat sich keine jährlichen Ziele gesetzt. Die Reduktionsprozente sind daher als Durchschnittswerte über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg zu verstehen.

Covestro verfolgt eine Wachstumsstrategie, die jedoch voraussichtlich keinen signifikanten Einfluss auf unsere jährlichen Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen bis zum Jahr⁠ ⁠2035 haben wird. Externe Effekte, die sich positiv auf unser Klimaziel auswirken, werden voraussichtlich bis zum Jahr⁠ ⁠2035 einen jährlichen Beitrag in Höhe von 0,6⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalenten erreichen. Dazu gehören bspw. die deutschen Ausbauziele für erneuerbare Energien zur Erreichung eines Anteils von 80⁠ ⁠% erneuerbaren Energien im deutschen Strommix bis zum Jahr⁠ ⁠2030 und der geplante Kohleausstieg in Deutschland.

Die Umsetzung nachhaltiger Produktionsprozesse als erstes Handlungsfeld soll zukünftig zu einer Emissionsminderung von 0,8⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten beitragen, während der Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Quellen als zweites Handlungsfeld eine Einsparung von 1,5⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten ermöglichen soll. Das dritte Handlungsfeld⁠ ⁠– klimaneutraler Dampf⁠ ⁠– soll durch die Umstellung der Prozesswärmeversorgung eine Reduktion der Emissionen um 1,4⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalente ermöglichen.

Im Basisjahr⁠ ⁠2021 haben die Scope-3-Emissionen 80⁠ ⁠% der Gesamtemissionen von Covestro ausgemacht. Im Berichtsjahr war das Verhältnis 80⁠ ⁠%. Das Geschäftsjahr 2021 wurde als Basisjahr gewählt, da ab diesem Jahr die Scope-3-Emissionen erfasst und berichtet wurden. Bis zum Jahr⁠ ⁠2050 sollen Netto-Null-Treibhausgasemissionen für Scope⁠ ⁠3 erreicht werden. Wir gehen aktuell davon aus, dass im Jahr⁠ ⁠2050 residuale Emissionen in Höhe von 5–⁠ ⁠10⁠ ⁠% verbleiben könnten. Auf dem Weg zu diesem Ziel plant das Unternehmen, die Treibhausgasemissionen entlang der vor- und nachgelagerten Prozesse in der Wertschöpfungskette bis zum Jahr⁠ ⁠2035 um 10⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t⁠ ⁠CO2-Äquivalente (entspricht 30⁠ ⁠%) gegenüber dem Basisjahr⁠ ⁠2021* zu senken (ohne Berücksichtigung von Kompensationsmaßnahmen). Für unsere Scope-3-Reduktionsziele werden die vier relevanten Kategorien „Erworbene Waren und Dienstleistungen“, „Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten“, „Vorgelagerter Transport und Verteilung“ und „Entsorgung verkaufter Produkte“ betrachtet.

Covestro verfolgt eine Wachstumsstrategie, weshalb wir davon ausgehen, dass unsere jährlichen Scope-3-Treibhausgasemissionen sukzessive bis zum Jahr⁠ ⁠2035 um 3,6⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalente ansteigen.

Die Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer als erstes Handlungsfeld soll zu einer Emissionsminderung von 5,7⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten beitragen, während der Verkauf von Produkten basierend auf alternativen Rohstoffen als zweites Handlungsfeld eine Einsparung von 1,9⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten ermöglichen soll. Das dritte Handlungsfeld⁠ ⁠– MAKE-Projekte – soll durch eigene Investitionen bspw. in die Recyclingtechnologien eine Reduktion der Emissionen um 1,3⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalente ermöglichen. Weitere Reduktionen bspw. in der Logistik oder der Primärenergiegewinnung sollen mit 1,0⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten betragen.

Bis zum Jahr⁠ ⁠2030 legen wir den Fokus verstärkt auf die direkt beeinflussbaren Scope-1- und -2-Ziele. Die Erreichung unserer Scope-3-Ziele ist geprägt von Abhängigkeiten in beide Richtungen der Wertschöpfungskette, daher wurde als Zwischenziel für das Scope-3-Reduktionsziel das Jahr⁠ ⁠2035 gewählt. Darüber hinaus erwarten wir bis zum Jahr⁠ ⁠2030 mehr Klarheit zu Implementierungszeitpunkten, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Weiterentwicklungen.

Die Scope-1- und -2-Ziele wurden anhand der Methodologie der Science Based Targets initiative (SBTi) aufgesetzt und übertreffen deren Anforderungen. Wir streben eine Reduzierung um 60⁠ ⁠% an, während die Science Based Targets initiative 42⁠ ⁠% bis zum Jahr⁠ ⁠2030 vorgibt. Die Science Based Targets initiative liefert Unternehmen einen klar definierten und wissenschaftlich basierten Weg zur Reduzierung der Emissionen im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens. Die Ziele der Science Based Targets initiative sind weithin akzeptiert und gelten als „wissenschaftlich basiert“, um die Ziele des Pariser Abkommens erreichen zu können: die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5⁠ ⁠°C über dem vorindustriellen Niveau. Diese Ziele unterliegen inhärenten Unsicherheiten in Bezug auf neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden.

Der Fortschritt beim Umsetzen unserer CO2-Roadmap und bei der Reduktion unserer Scope-1- und -2-Emissionen deutet darauf hin, dass wir unsere gesetzten Ziele erreichen können.

Das langfristige Scope-3-Reduktionsziel bis zum Jahr⁠ ⁠2050 entspricht grundsätzlich ebenfalls den Vorgaben der Science Based Targets initiative, bis spätestens zum Jahr⁠ ⁠2050 Netto-Null-Emissionen aufzuweisen, und ist daran ausgerichtet, die Erderwärmung auf 1,5⁠ ⁠°C zu begrenzen.

Unsere Klimaziele sind zurzeit nicht durch die Science Based Targets initiative zertifiziert.

Die Science Based Targets initiative hat im Dezember 2025 sektorspezifische Reduktionspfade und Implementierungskriterien für die chemische Industrie veröffentlicht, die ab Juni 2026 in Kraft treten.

Eine Analyse unseres bestehenden Scope-3-Zwischenziels für das Jahr 2035 im Hinblick auf diese neue sektorspezifische Guidance steht noch aus. Aus diesem Grund ist eine abschließende Bewertung der Zielkonformität mit den aktuellen Vorgaben der Science Based Targets initiative zum Berichtszeitpunkt noch nicht möglich.

Durch unsere Ausrichtung an den internationalen und europäischen Ambitionen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C gehen wir davon aus, dass wir die Erwartungen der betroffenen Interessenträger wie lokale Gemeinschaften, schutzbedürftige Gruppen und die Natur indirekt berücksichtigt haben.

Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen aller umweltrelevanten Standorte von Covestro sind in unser Steuerungssystem integriert.

Für weitere Informationen siehe „Steuerungssystem“

Mithilfe eines strukturierten Prozesses gewährleisten wir eine kontinuierliche Überwachung unserer Fortschritte, eine zeitnahe Reaktion auf Veränderungen und eine zielgerichtete Steuerung unserer Emissionsreduktionsbemühungen für die Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Zum einen evaluieren wir quartalsweise die Entwicklung unserer Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen für das aktuelle Geschäftsjahr. Zum anderen erstellen wir im Rahmen unseres strategischen Planungszyklus jährlich eine detaillierte Prognose bis zum Jahr⁠ ⁠2035. Bei signifikanten Abweichungen zwischen der Prognose und den Zielwerten überprüfen und adjustieren wir unsere Konzepte und Maßnahmen zur Emissionsreduktion.

Parallel arbeiten wir an der Implementierung eines ähnlichen Prozesses für unsere Scope-3-Emissionen.

Bei der Festlegung der Reduktionsziele wurden Annahmen zu zukünftigen Entwicklungen und deren Einfluss auf unsere Emissionen und Reduktionsmöglichkeiten berücksichtigt. Dabei wurden sowohl Wachstumseffekte aus der eigenen Geschäftstätigkeit als auch externe Effekte wie z.⁠ ⁠B. regulatorische Veränderungen und die Entwicklung des Energiemixes in Deutschland in den Prozess einbezogen.

In den Kernmärkten von Covestro nehmen wir eine grundsätzliche Transformation zu nachhaltigem Wirtschaften wahr. Diese Transformation führt grundsätzlich zu sich ändernden Anforderungen an Produkte, wie geringeres Gewicht, bessere Isoliereigenschaften, reduzierter CO2-Fußabdruck, Rezyklierbarkeit oder recycelter Materialanteil. Konkret führt die Transformation zu einer positiven Veränderung der Materialnachfrage in unseren Hauptabnehmerindustrien. Gerade für die Bereiche Mobilität und Transport werden perspektivisch bspw. mehr Leichtmaterialien benötigt, die Covestro herstellt, um eine energieeffiziente Elektromobilität zu ermöglichen. Im Baubereich sind es gerade Dämmstoffe, die die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand (mit) ermöglichen. Klimaneutralitätsbestrebungen unserer Kunden in den erfragten Kernmärkten sind daher Treiber für eine stärkere Nachfrage unserer Produkte, inklusive unseres fossilbasierten Produktportfolios.

Wir gehen davon aus, dass ein stärkeres Abflachen der Scope-3-Emissionen ab dem Jahr⁠ ⁠2030 erfolgen wird, da sich technologische Entwicklungen, die großtechnische Anwendungen ermöglichen, derzeit noch in einer frühen Phase befinden und nicht vor Ende des Jahrzehnts verfügbar sein werden. Auch erwarten wir, dass regulatorische Entwicklungen die Nachfrage nach alternativen Lösungen ab dem Jahr⁠ ⁠2030 vorantreiben werden und damit Emissionsreduzierungen einhergehen werden.

Kennzahlen

Treibhausgasemissionen

Der Ausweis der direkten Treibhausgasemissionen, z.⁠ ⁠B. aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern und aus unseren Produktionsprozessen (Scope⁠ ⁠1), der indirekten Treibhausgasemissionen aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten (Scope⁠ ⁠2) sowie der Treibhausgasemissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope⁠ ⁠3) erfolgt gemäß den Anforderungen des GHG Protocol Corporate Standard (Version 2004) sowie der GHG⁠ ⁠Protocol Scope⁠ ⁠2 Guidance (Version⁠ ⁠2015) und der Guidance for Accounting & Reporting Corporate GHG Emissions in the Chemical Sector Value Chain (Version⁠ ⁠2013).

Neben CO2 werden für die Scope-1-Emissionen sämtliche relevanten Treibhausgase, d.⁠ ⁠h. Lachgas (N2O), Methan (CH4), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3), in die Inventarisierung aufgenommen. Unsere Standorte nutzen, sofern verfügbar, lokale und möglichst genaue Emissionsfaktoren. Sind diese nicht bekannt, wird auf Standardfaktoren des deutschen Umweltbundesamtes zurückgegriffen. Mithilfe der Global-Warming-Potential-(GWP-)Faktoren werden alle Scope-1-Emissionen als CO2-Äquivalente ausgegeben. Maßgeblich dafür sind die Faktoren aus dem Sechsten Sachstandsbericht des IPCC. Die Scope-1-Emissionen beinhalten stationäre, mobile, prozessbezogene und fugitive Emissionsquellen. Derzeit gibt es keine nennenswerten biogenen Emissionsmengen im Konzern; sofern sich dies ändert, werden wir die Mengen in Zukunft separat ausweisen.

Sollten im Rahmen der Bestrebungen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen in Bezug auf unsere Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen Kompensationsmaßnahmen zum Einsatz kommen, werden diese entsprechend der Maßgabe des GHG Protocol ausgewiesen. Derzeit verkaufen wir CO2-Zertifikate an Dritte und schreiben uns diese Mengen entsprechend dem GHG Protocol nicht gut.

Im Geschäftsjahr⁠ ⁠2025 wurden im Covestro-Konzern keine Projekte zum Abbau und/oder zur Speicherung von Treibhausgasen innerhalb der eigenen Tätigkeiten durchgeführt. Darüber hinaus wurde auch nicht zu entsprechenden Projekten in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette beigetragen und es wurden keine Klimaschutzprojekte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette mit dem Erwerb von CO2-Gutschriften finanziert.

Wir weisen in unserer Treibhausgasbilanz Treibhausgasemissionen aus Anlagen und Standorten, die unter einen Emissionshandel fallen, aus. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Anlagen in Europa, die unter den deutschen oder den europäischen Emissionshandel fallen. Neben CO2 wird in einzelnen Handelssystemen auch Methan erfasst; aufgrund der sehr geringen Mengen an betroffenen Methanemissionen (ca.⁠ ⁠0,03⁠ ⁠% der Scope-1-Emissionen des Konzerns) beinhaltet der Indikator nur Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2). Da sich die Offenlegungsfristen und Methodiken für den Konzernnachhaltigkeitsbericht und einzelne Emissionshandelssysteme unterscheiden, kann es auf Standortebene zu geringen Abweichungen kommen, die auf Konzernebene zu vernachlässigen sind.

Die Berichterstattung der Scope-2-Emissionen erfolgt nach der standortbasierten Methode (Location-based Method) sowie der marktbasierten Methode (Market-based Method). Für die Ermittlung der standortbasierten Scope-2-Treibhausgasemissionen wurden standortbasierte Emissionsfaktoren aus allgemein akzeptierten Quellen (u.⁠ ⁠a. Emissionsfaktoren der Internationalen Energieagentur**) herangezogen. Für die Ermittlung der marktbasierten Scope-2-Treibhausgasemissionen wurden marktbasierte Emissionsfaktoren verwendet; sofern diese nicht vorlagen, wurde auf standortbasierte Emissionsfaktoren zurückgegriffen. Für Covestro ist die marktbasierte Methode die führende Berechnungsmethodik der Scope-2-Treibhausgasemissionen. Marktbasierte Instrumente werden an fast allen großen Produktionsstandorten eingesetzt; diese können spezifische Einkaufsverträge für Strom aus erneuerbaren Quellen oder separat erworbene Zertifikate (z.⁠ ⁠B. Herkunftsnachweise) sein. Darüber hinaus beziehen bereits heute einige kleinere Produktionsstandorte bis zu 100⁠ ⁠% ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der Anteil aller vertraglichen Instrumente mit „grünen“ Attributen am Gesamtenergieeinsatz lag im Berichtsjahr bei 9⁠ ⁠% (Vorjahr: 7⁠ ⁠%).

Derzeit liegen uns keine Informationen zu nennenswerten biogenen Emissionsmengen unserer Versorger vor; sofern sich dies ändert, werden wir die Mengen in Zukunft separat ausweisen.

Wir erfassen unsere Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen unter Einbeziehung aller vollkonsolidierten Gesellschaften.*** Alle nicht vollkonsolidierten Gesellschaften des Konsolidierungskreises wurden dahingehend geprüft, ob Covestro die operative Kontrolle gemäß der Definition der ESRS innehat. Auf Basis dieser Prüfung sind für Covestro keine Emissionsmengen von assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen oder nicht konsolidierten Tochterunternehmen unter lediglich operativer Kontrolle zu berichten. Gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Arrangements), über die wir keine operative Kontrolle ausüben, werden analog zur Finanzberichterstattung anteilig, entsprechend den Rechten und Pflichten des Covestro-Konzerns berücksichtigt. Dabei werden Daten aller umweltrelevanten Standorte von Covestro berücksichtigt, d.⁠ ⁠h. aller Produktionsstandorte und relevanter Verwaltungsstandorte. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich einige Änderungen bezogen auf die umweltrelevanten Standorte, darunter eine Standortschließung, ein Verkauf sowie die Aufnahme eines neu eröffneten Produktionsstandorts. Sofern diese Änderungen die Vergleichbarkeit der Kennzahlen mit dem Vorjahr wesentlich beeinflussen, erfolgt eine gesonderte Erläuterung. Um die Veröffentlichungsfristen einzuhalten, schätzen die Standorte die Umweltdaten für die letzten Wochen des laufenden Geschäftsjahres. Dies geschieht auf Basis etablierter Hochrechnungsmethodiken (z.⁠ ⁠B. auf Basis der Produktionsplanung, von Durchschnittswerten oder Daten aus den Vorjahresmonaten), um eine möglichst präzise Datenberichterstattung nahe den tatsächlichen Jahreskennwerten sicherzustellen. Sollten uns im Laufe des Folgejahres jedoch unter Berücksichtigung intern definierter Grenzwerte wesentliche Abweichungen bekannt werden, wird der betroffene Wert rückwirkend angepasst. Dies war im Jahr⁠ ⁠2025 für das Vorjahr⁠ ⁠2024 nicht erforderlich.

Für weitere Informationen zum Konsolidierungskreis siehe Konzernabschluss, Anhangangabe 5 „Entwicklung des Konsolidierungskreises“

Die Ermittlung der Treibhausgasemissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope-3-Emissionen) erfolgt bei Covestro entsprechend den Kategorien und Methoden des GHG Protocol und der Guidance for Accounting & Reporting Corporate GHG Emissions in the Chemical Sector Value Chain des globalen Nachhaltigkeitsforums World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) für alle Standorte und Unternehmensaktivitäten, die relevante indirekte Treibhausgasemissionen verursachen. Demnach wurden sämtliche Kategorien im Sinne des GHG⁠ ⁠Protocol auf Relevanz geprüft, um alle im Zusammenhang mit den Geschäftsaktivitäten von Covestro stehenden Emissionen möglichst repräsentativ zu erfassen. Von den insgesamt 15⁠ ⁠Kategorien sind neun für Covestro relevant, zu denen wir die jeweiligen Emissionswerte berichten. Grundlage für die Berechnung der sonstigen indirekten Treibhausgasemissionen (Scope⁠ ⁠3) sind interne Aktivitätsdaten sowie Emissionsfaktoren. Die im Abschnitt „Kennzahlen“ separat berichteten sechs Hauptkategorien decken dabei 99,7⁠ ⁠% (Vorjahr: 99,7⁠ ⁠%) unserer Scope-3-Emissionen ab. Die für diese Kategorien verwendeten Aktivitätsdaten basieren ausschließlich auf tatsächlichen Betriebsdaten, die systemgestützt über standardisierte Prozesse erhoben wurden. Die für diese Kategorien verwendeten Emissionsfaktoren basieren ausschließlich auf kommerziell und öffentlich verfügbaren Quellen oder auf empfohlenen Quellen gemäß GHG⁠ ⁠Protocol. Für die Kategorie „Entsorgung verkaufter Produkte“ verwenden wir für die Anteile der verschiedenen Abfallbehandlungsmethoden in den Regionen, in denen wir unsere Produkte vertreiben, die Ergebnisse einer externen Studie zu den weltweiten Kunststoffströmen inklusive des Umgangs mit Post-Consumer-Kunststoffabfällen (Conversio-Studie 2018****). Dabei gehen wir davon aus, dass die Produkte in den Ländern verwendet und entsorgt werden, in die sie verkauft wurden. Die aus der Conversio-Studie 2018 abgeleiteten Anteile der Abfallbehandlung werden in der Berechnung als konstant betrachtet, bis eine zuverlässigere oder spezifischere Quelle für Informationen zur (Kunststoff-)Abfallbehandlung für Covestro-Produkte verfügbar ist. Die individuellen Berechnungen der Emissionen der einzelnen Scope-3-Kategorien sind detailliert beschrieben und öffentlich verfügbar in dem von uns ausgefüllten Fragebogen für das Carbon Disclosure Project (CDP) im Jahr 2024.

Der Anteil an den Gesamtemissionen, die direkt mit Primärdaten der Lieferanten ermittelt werden, beträgt 43⁠ ⁠% (Vorjahr: 34⁠ ⁠%).

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Datengrundlage und der Berechnungsmethoden werden wir die Genauigkeit der Berichterstattung unserer Scope-3-Emissionen sukzessive weiter schärfen.

Die Scope-1- und -2-Emissionen reduzierten sich im Berichtsjahr insgesamt um 10⁠ ⁠%. Die Scope-1-Emissionen sanken um 23⁠ ⁠%, maßgeblich durch die erfolgreiche Umsetzung der NAUCI-Projekte (Nitric Acid Unit Climate Initiative) an unseren Standorten Baytown (USA) und Shanghai (China). Die Scope-2-Emissionen verringerten sich um 7⁠ ⁠%, hauptsächlich bedingt durch die reduzierte Auslastung am Standort Dormagen sowie die Schließung unseres Joint-Venture-Standorts in Maasvlakte (Niederlande).

Die Scope-3-Emissionen sind im Vergleich zum Jahr 2024 leicht gesunken. Haupttreiber in der Reduktion sind leicht geringere eingekaufte Mengen für Materialien und Rohstoffe sowie ein aktives Lieferantenmanagement. Gegenläufige Effekte sind zum einen auf erhöhte Emissionsfaktoren aus Datenbanken, zum anderen aus methodischen Verbesserungen insbesondere in der Kategorie Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten zurückzuführen.

Treibhausgasemissionen (in Mio. t CO2-Äquivalenten)1
Rückblickend Etappenziele und Zieljahre
Basisjahr2 2024 20253 Veränderung 2030 2035 2050 Ø CO2-Reduktion / Jahr
Scope-1-Treibhausgasemissionen
Brutto-Scope-1-Treibhausgasemissionen 1,25 1,01 0,784 – 23 %
Prozentsatz der Scope-1-Treibhausgasemissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (in %)5 49,6 59,5
Scope-2-Treibhausgasemissionen6
Standortbezogene Brutto-Scope-2-Treibhausgasemissionen 4,48 4,32 4,03 – 7 %
Marktbezogene Brutto-Scope-2-Treibhausgasemissionen 4,33 3,84 3,57 – 7 %
Scope-1- und -2-Treibhausgasemissionen (marktbezogen) 5,58 4,85 4,35 – 10 % 2,2 0,3– 0,5 6 %
Relevante Scope-3-Treibhausgasemissionen6, 7
Brutto-Scope-3-Treibhausgasemissionen 21,84 17,98 17,50 – 3 %
Kategorie 1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“ 16,44 13,57 13,00 – 4 %
Kategorie 2 „Investitionsgüter“ 0,34 0,29 0,34 17 %
Kategorie 3 „Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten“ 1,02 1,05 1,21 15 %
Kategorie 4 „Vorgelagerter Transport und Verteilung“ 0,49 0,59 0,56 – 5 %
Kategorie 5 „Im Rahmen der Geschäftstätigkeit angefallener Abfall“ 0,16 0,11 0,10 – 12 %
Kategorie 12 „Entsorgung verkaufter Produkte“ 3,34 2,33 2,24 – 4 %
Sonstige Kategorien 0,05 0,06 0,06 0 %
Scope-3 Ziel relevante Kategorien (3.1; 3.3; 3.4; 3.12) 21,30 17,54 17,00 – 3 % 14,9 1,1– 2,1 3 %
Gesamte Brutto-Treibhausgasemissionen
Gesamte standortbezogene Brutto-Treibhausgasemissionen 23,31 22,31 – 4 %
Gesamte marktbezogene Brutto-Treibhausgasemissionen 22,83 21,85 – 4 %
Gesamte Netto-Treibhausgasemissionen
Verkaufte Kompensationsmaßnahmen 0,56 0,688 21 %
Gesamte marktbezogene Netto-Treibhausgasemissionen unter Berücksichtigung von Kompensationsmaßnahmen 23,39 22,53 – 4 %
Treibhausgasintensität9 (in Mio. t CO2-Äquivalente standortbezogen/ Mio. €) 0,0016 0,0017 6 %
Treibhausgasintensität9 (in Mio. t CO2-Äquivalente marktbezogen/ Mio. €) 0,0016 0,0017 6 %

1 Bestimmung der Scope-1-, -2- und -3-Treibhausgasemissionen gemäß GHG⁠ ⁠Protocol; Global-Warming-Potential-(GWP-)Faktoren entsprechend dem Sechsten Sachstandsbericht der IPCC

2 Basisjahre: Geschäftsjahr 2020 für die Scope-1- und -2-Emissionen; Geschäftsjahr 2021 für die Scope-3-Emissionen

3 Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden die Emissionen des geschlossenen Standorts in Maasvlakte (Niederlande). Die dortigen geschätzten Emissionen aus den Stilllegungsaktivitäten lagen bei ca. 66.000⁠ ⁠t CO2-Äquivalenten.

4 Im Jahr⁠ ⁠2025 waren 94,0⁠ ⁠% der Emissionen CO2-Emissionen, 5,3⁠ ⁠% N2O-Emissionen, 0,5⁠ ⁠% Emissionen von teilfluoriertem Kohlenwasserstoff, 0,1⁠ ⁠% CH4-Emissionen und weniger als 0,1⁠ ⁠% SF6-Emissionen.

5 Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat die behördliche Prüfung der ETS-Mengen für das Berichtsjahr 2025 noch nicht stattgefunden.

6 In der Regel macht CO2 bei Verbrennungsprozessen mehr als 99⁠ ⁠% aller Treibhausgasemissionen aus. Daher beschränken wir uns bei der Berechnung der indirekten Emissionen auf CO2.

7 Nicht relevante Emissionskategorien: 8⁠ ⁠„Für Upstream-Aktivitäten gemietete Vermögensgegenstände“; 11⁠ ⁠„Gebrauch verkaufter Produkte“; 15⁠ ⁠„Investitionen“. Abschätzungen haben ergeben, dass diese Kategorien <⁠ ⁠1⁠ ⁠% der gesamten Scope-3-Emissionen von Covestro darstellen und somit insignifikant in Bezug auf die Emissionshöhe gemäß Definition des GHG Protocol sind.

Nicht zutreffende Emissionskategorien: 13⁠ ⁠„Für Downstream-Aktivitäten gemietete Vermögensgegenstände“; 14⁠ ⁠„Franchisegeschäfte“. Covestro besitzt keine Anlagen, die das Unternehmen an Dritte vermietet und bei denen entsprechend verbundene Emissionen nicht bereits in der Scope-1- und Scope-2-Emissionsberichterstattung enthalten sind. Zudem besitzt und betreibt Covestro keine Franchisegeschäfte.

Nicht berichtete Emissionskategorie: 10⁠ ⁠„Verarbeitung verkaufter Produkte“. Die Bestimmung dieser Emissionen ist aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit und der zahlreichen Anwendungsgebiete der Produkte von Covestro mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden. Covestro bezieht sich hierbei auf die Maßgabe des WBCSD, wonach es für ein chemisches Unternehmen, das ein breites Produktportfolio an Zwischenprodukten besitzt, nicht vorgeschrieben ist, über die Scope-3-Kategorie 10⁠ ⁠„Verarbeitung der verkauften Produkte“ zu berichten.

Zur Berechnung der Emissionskategorien 2⁠ ⁠„Investitionsgüter“ und 1⁠ ⁠„Erworbene Waren und Dienstleistungen“, bezogen auf den Teil, der sich nicht auf Rohstoffe bezieht, werden ausgabenbezogene Emissionsfaktoren des Department for Environment, Food & Rural Affairs (DEFRA) aus dem Jahr⁠ ⁠2021 verwendet, die mittels Inflationsraten gemäß dem deutschen Verbraucherpreisindex aktualisiert werden.

Unter „Sonstige Kategorien“ sind folgende Kategorien gefasst: 6⁠ ⁠„Geschäftsreisen“; 7⁠ ⁠„Pendeln von Arbeitnehmern“; 9⁠ ⁠„Nachgelagerter Transport und Verteilung“.

8 Die Zertifizierung für die Reduktionen von Juli bis Dezember⁠ ⁠2025 ist noch nicht abgeschlossen, daher wurden an dieser Stelle die erwarteten Reduktionsmengen dargestellt. Es ist geplant, die Emissionsreduktionen des Geschäftsjahres nach der Zertifizierung als Emissionsgutschriften zu verkaufen.

9 Verhältnis von gesamten Brutto-Treibhausgasemissionen zur Zeile „Umsatzerlöse“ in der Gewinn- und Verlustrechnung des Covestro-Konzernabschlusses

Die in der Wertschöpfungskette indirekt verursachten biogenen Emissionen betrugen im Berichtsjahr absolut 87.561⁠ ⁠t CO2-Äquivalente (Vorjahr: 54.306⁠ ⁠t CO2-Äquivalente) und werden entsprechend dem GHG Protocol und dem WBCSD getrennt von der Gesamtmenge der Scope-3-Emissionen offengelegt.

Energieeinsatz

Wir erfassen die Energiemengen in der gleichen Logik wie die Treibhausgasemissionen, d.⁠ ⁠h., wir ermitteln unsere Daten an allen umweltrelevanten Standorten. Dies beinhaltet sowohl den Primärenergieeinsatz (z.⁠ ⁠B. Erdgas) für die Produktion und die eigene Energieerzeugung als auch den Sekundärenergieeinsatz aus bezogenen Strom-, Dampf- und Kältemengen. Zudem erfassen wir Energie aus erneuerbaren Quellen separat. Dabei weisen wir nur die Energiemengen als erneuerbare Energien aus, die über vertragliche Instrumente (bspw. spezifische Energieeinkaufsverträge oder Herkunftsnachweise) explizit Covestro zugewiesen worden sind. Kann das Attribut „erneuerbare Energie“ nicht sicher nachgewiesen werden (z.⁠ ⁠B. über Herkunftsnachweise), werden diese Mengen als nicht erneuerbare Energiemengen erfasst. Sofern in einem Versorgermix auch anteilig erneuerbare Energien enthalten sind, werden diese derzeit nicht explizit ausgewiesen.

Wo erforderlich, nutzen unsere Standorte lokale und möglichst genaue Faktoren für die Umrechnung in Energieeinheiten. Sind diese Faktoren nicht bekannt, wird auf Standardwerte des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zurückgegriffen.

Aufgrund der Herstellung von chemischen Erzeugnissen zählt Covestro zu den Unternehmen, die den sogenannten klimaintensiven Sektoren (high climate impact sectors) zugeordnet werden, was uns dazu verpflichtet, detaillierte Angaben über unsere fossilen Energieverbräuche auszuweisen. Klimaintensive Sektoren sind gemäß Anhang 2 der ESRS Sektoren, die in Anhang I Abschnitte A bis H und Abschnitt L der Verordnung (EG) Nr.⁠ ⁠1893/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates (15) aufgeführt sind (gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1288 der Kommission). Die detaillierten Angaben zu fossilen Energieverbräuchen finden sich in der Tabelle „Energieverbrauch und Energiemix“.

Energieverbrauch und Energiemix
2024 20251
in MWh in MWh
Gesamtverbrauch an fossiler Energie 14.069.000 13.517.000
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) 92 % 90 %
Kohle
Erdöl 71.000 85.000
Erdgas 2.747.000 2.605.000
Weitere fossile Quellen 93.000 121.000
Sekundärenergien (Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung) 11.158.000 10.706.000
Gesamtverbrauch an Kernkraftenergie2 189.000 141.000
Anteil der nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch 1 % 1 %
Gesamtverbrauch an erneuerbarer Energie 1.008.000 1.281.000
Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieverbrauch 7 % 9 %
Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen
Sekundärenergien aus erneuerbaren Quellen 1.008.000 1.281.0003
Nicht brennstoffbasierte, selbst erzeugte erneuerbare Energie
Gesamtenergieverbrauch 15.266.000 14.939.000
Energieintensität4 (in MWh/ Mio. €) 1.076,66 1.154,30

1 Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden die Energiemengen des geschlossenen Standorts in Maasvlakte (Niederlande). Der dortige Energieverbrauch aus den Stilllegungsaktivitäten lag bei ca. 330.000⁠ ⁠MWh.

2 Berechnung des nuklearen Anteils ab dem Berichtsjahr auf Basis statistischer Informationen („2025 Energy Institute Statistical Review of World Energy“) des Energy Institute.

3 Aufgrund von gesetzlichen Fristen, die erst nach Erstellung des Geschäftsberichts 2025 liegen, kann die Entwertung einer Teilmenge, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts noch nicht entwertet wurde, erst im Jahr 2026 ordnungsgemäß und fristgerecht erfolgen. Durch die Entwertung wird gewährleistet, dass die ausgewiesene Gesamtmenge von Strom aus erneuerbaren Quellen mindestens erreicht wird.

4 Verhältnis von Gesamtenergieverbrauch zu den Umsatzerlösen in klimaintensiven Sektoren. Die in der Tabelle angegebene Energieintensität bezogen auf Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren wurde auf Basis der Umsatzerlöse des Covestro-Konzerns berechnet. Diese sind im Konzernabschluss in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Anhang unter der Anhangangabe 6 „Umsatzerlöse“ zu finden.

Covestro erzeugt an vielen Standorten weltweit selbst Energie und nutzt diese in den meisten Fällen selbst. Im Berichtsjahr hat Covestro aus nichterneuerbaren Quellen insgesamt Strom und Dampf in Höhe von 5.651.000⁠ ⁠MWh (Vorjahr: 5.832.000 MWh) erzeugt. Die Menge der Strom- und Dampf-Eigenerzeugung aus erneuerbaren Quellen betrug im Berichtsjahr rund 400⁠ ⁠MWh (Vorjahr: 300⁠ ⁠MWh).

Interne CO2-Bepreisung

Um das Ziel von Netto-Null Emissionen zu erreichen, bewerten wir die Treibhausgasemissionen (Scope⁠ ⁠1 und Scope⁠ ⁠2) unseres Unternehmens und unserer Investitionsvorhaben im Rahmen unseres Investitionsprojekt-Steuerungsprozesses. Zusätzlich führen wir zur Berechnung des Standardprojekt-ROCE (Return on Capital Employed) eine Sensitivitätsanalyse für alle Investitionen größer als 5⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ weltweit durch. Wir setzen zwei komplementäre Konzepte ein, um Anreize zur CO2-Reduktion zu schaffen. Für Investitionsprojekte nutzen wir eine Matrix zur Darstellung des Kompromisses zwischen finanziellen Auswirkungen (ROCE über WACC) und CO2-Auswirkungen (CO2-Äquivalente pro 1⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠€ Investition) sowie eine ROCE-Berechnung, die einen internen CO2-Schattenpreis von 100⁠ ⁠€ pro Tonne CO2-Äquivalent berücksichtigt. Eine Standardsensitivitätsanalyse beinhaltet einen CO2-Schattenpreis von 200⁠ ⁠€ pro Tonne CO2-Äquivalent. Diese ausgewählte Preisspanne ist abgeleitet aus der Prognose der enervis energy advisors GmbH unter der Berücksichtigung von existierenden und erwarteten EU-Regularien wie bspw. zum Emissionshandel und zum CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) bis 2045. Der intern genutzte CO2-Schattenpreis wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Berichtsjahr erfolgte keine Anpassung.

Im Berichtsjahr wurden folgende Mengen mit dem CO2-Schattenpreis bewertet: 255⁠ ⁠kt CO2-Äquivalente Scope-1-Emissionen (Vorjahr: 105⁠ ⁠kt CO2-Äquivalente) und 48⁠ ⁠kt CO2-Äquivalente Scope-2-Emissionen (Vorjahr: 30⁠ ⁠kt CO2-Äquivalente). Dies entspricht folgenden Anteilen der gesamten Brutto-Treibhausgasemissionen: 32,7⁠ ⁠% der Scope-1-Emissionen (Vorjahr: 10,4⁠ ⁠%) und 1,3⁠ ⁠% der Scope-2-Emissionen (Vorjahr: 0,8⁠ ⁠%). Eine Bewertung von Scope-3-Emissionen mit dem CO2-Schattenpreis erfolgte im Berichtsjahr nicht.

Die oben genannten CO2-Schattenpreise werden ausschließlich im Rahmen der Steuerung von Investitionsprojekten verwendet. Im Konzernabschluss finden diese keine Berücksichtigung, weder bei der Bewertung der Nutzungsdauer und des Restwerts von Vermögenswerten noch bei Wertminderungen von Vermögenswerten oder der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von durch Unternehmensübernahmen erworbenen Vermögenswerten.

Erwartete finanzielle Effekte

Der ESRS E1 Klimawandel sieht grundsätzlich auch qualitative und quantitative Angaben zu erwarteten finanziellen Effekten wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzieller klimabezogener Chancen vor. Gemäß ESRS 1 Anhang C in der durch den delegierten Rechtsakt 2025/1416 am 11.⁠ ⁠Juli 2025 geänderten Fassung macht Covestro im Berichtsjahr weiterhin von den Erleichterungsvorschriften zur schrittweisen Einführung dieser Angaben Gebrauch. Demnach können die genannten Angaben bis zum Berichtsjahr 2027 unterbleiben.

  1. Hier sind bereits teilweise wachstumsbedingte Emissionen bis zum Jahr 2035 miteingerechnet.
  2. International Energy Agency (IEA), Dokument „IEA Emission Factors 2025“. Alle Rechte an diesem Dokument liegen bei der IEA.
  3.  Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt.
  4. Conversio Market & Strategy GmbH „Global Plastics Flow 2018“