Auswirkungen, Risiken und Chancen

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zum Thema „Wasser- und Meeresressourcen“
Art Beschreibung Zeithorizont1 Verortung2 Konzepte Maßnahmen Ziele
Wasserentnahmen
Auswirkung (potenziell negativ) Die Produktion von Rohstoffen, veredelten Materialien und Zwischenprodukten erfordert Wasserentnahmen. Durch diese Aktivitäten ist Covestro mit einer potenziell negativen Auswirkung auf die Wasserknappheit verbunden. Die Wasserentnahme kann zu verschiedenen Effekten führen: verringerte Verfügbarkeit von Trinkwasser, reduzierte Durchflussraten mit Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme, abgesenkte Grundwasserspiegel, die zu verringerter Trinkwasserverfügbarkeit führen, sowie Bodensenkungen in bestimmten geologischen Gegebenheiten, die Infrastrukturschäden verursachen. Zusätzliche Auswirkungen umfassen das Eindringen von Salzwasser in Küstengebieten und eine verringerte Verdünnungskapazität, die zu schlechter Wasserqualität führt. K, M 1 HSEQ-Management-system; ESRS S2: Verhaltenskodex für Lieferanten
Auswirkung (potenziell negativ) Covestro ist in Gebieten mit Wasserstress tätig, in denen nicht nachhaltige Wasserentnahmen stattfinden. Durch diese eigenen Aktivitäten trägt Covestro zu einer potenziell negativen Auswirkung auf die Wasserressourcen bei. Die nicht nachhaltige Wassernutzung in diesen wasserarmen Gebieten kann zu verringerter landwirtschaftlicher Produktivität und potenziellen Konflikten um begrenzte Wasserressourcen führen, was den Zugang zu Nahrung und Wasser beeinträchtigt. M, L 2 Risikobasiertes Wasserprogramm; HSEQ-Management-system Wasserprogramm
Auswirkung (potenziell negativ) In der nachgelagerten Wertschöpfungskette von Covestro finden Wasserentnahmen statt. Durch diese Aktivitäten ist Covestro mit einer potenziell negativen Auswirkung auf die Wasserknappheit verbunden. Die Wasserentnahme kann zu verschiedenen Effekten führen: verringerte Verfügbarkeit von Trinkwasser, reduzierte Durchflussraten mit Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme, abgesenkte Grundwasserspiegel, die zu verringerter Trinkwasserverfügbarkeit führen, sowie Bodensenkungen in bestimmten geologischen Gegebenheiten, die Infrastrukturschäden verursachen. Zusätzliche Auswirkungen umfassen das Eindringen von Salzwasser in Küstengebieten und eine verringerte Verdünnungskapazität, die zu schlechter Wasserqualität führt. K, M 3 HSEQ-Management-system

1 Zeithorizont unterteilt in kurzfristig (K), mittelfristig (M) und langfristig (L)

2 Verortung innerhalb der Wertschöpfungskette unterteilt in vorgelagerte Wertschöpfungskette (1), eigene Geschäftstätigkeit (2) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (3)

Konzepte und Maßnahmen

Covestro betrachtet die Ressource Wasser aus ganzheitlicher Perspektive. Covestro nutzt Wasser hauptsächlich für Kühlzwecke und in der Produktion. Die Verfügbarkeit und der Zugang zu sauberem Wasser sind für unsere Produktionsstandorte von entscheidender Bedeutung. Daher liegt unser Hauptaugenmerk auf der Wasserentnahme. Wir berücksichtigen jedoch nicht nur unsere Wasserentnahme und die damit verbundenen Probleme der Wasserknappheit und -qualität, sondern auch das von uns erzeugte Abwasser und die wachsende Besorgnis über die Verschmutzung dieser Ressource und die möglichen Folgen für Mensch und Umwelt. Daher unterliegt unser Abwasser einer strengen Überwachung und Analyse gemäß den geltenden örtlichen Rechtsvorschriften, bevor es in Entsorgungskanäle eingeleitet wird.

Die Grundlage für unsere Aktivitäten in diesem Bereich ist unsere Selbstverpflichtung zum Thema Wasser (Corporate Commitment on Water). Unsere Produktionsstandorte sehen sich jedoch einer Vielzahl unterschiedlicher Situationen gegenüber, denen wir mit einem risikobasierten Wasserprogramm begegnen. Dies ermöglicht es uns, uns auf diejenigen Standorte zu konzentrieren, die derzeit oder in Zukunft einem Risiko ausgesetzt sind, und standortspezifische Lösungen zu identifizieren. Damit soll die Wirksamkeit des Wasserprogramms gestärkt und die Resilienz für zukünftige Herausforderungen an unseren Standorten erhöht werden. Dabei nehmen wir eine ganzheitliche Betrachtung der Wasserthematik vor, schauen aber insbesondere auch auf die Verfügbarkeit von und den Zugang zu sauberem Wasser.

Darüber hinaus ist das Thema Wasser auch Teil unseres integrierten HSEQ-Managementsystems, das an allen Covestro-Standorten Mindestanforderungen festlegt. In unserer Unternehmensrichtlinie zu Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Energie, Qualität (HSEQ) verpflichten wir uns, ständig daran zu arbeiten, Umweltbelastungen durch unsere Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen weiter zu verringern. Dazu gehört auch der Schutz der Ozeane.

Für weitere Informationen siehe „ESRS E2: Umweltverschmutzung“

Wasserprogramm

Die Verfügbarkeit von und der Zugang zu sauberem Wasser sind für unsere Produktionsstandorte von großer Bedeutung. Im Rahmen unserer Selbstverpflichtung zum Thema Wasser haben wir eine globale, standortübergreifende Risikobewertung der Wasserverfügbarkeit, -qualität und -zugänglichkeit an unseren Produktionsstandorten initiiert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Verantwortung für unser Wasserprogramm liegt in der Unternehmensfunktion Group Health, Safety, Environment and Reliability (HSER), die dem Technologievorstand untersteht. Die Umsetzung der lokal definierten Ziele und Maßnahmen liegt in der Verantwortung der jeweiligen Standorte.

Zur Bestimmung der Wasserstressregionen wurden die zuletzt verfügbaren Daten des „Aqueduct Water Risk Atlas“ des World Resources Institute (WRI) mit Sitz in Washington, D.⁠ ⁠C. (USA) herangezogen. Neben physikalischen Risiken wie Wasserstress werden auch potenzielle regulatorische Risiken an unseren Produktionsstandorten in unsere Wasserrisikobewertung einbezogen. Regulatorische Risiken umfassen z.⁠ ⁠B. den Zugang zu Trinkwasser oder Trinkwasserrichtlinien und andere gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu nutzen wir auch weitere anerkannte Tools wie den „Water Risk Filter“ des World Wide Fund For Nature (WWF).

Um ein geeignetes Format zum besseren Verständnis der lokalen und zukünftigen Wassersituation zu ermöglichen, haben wir im Vorjahr ein Wasserrisiko-Dashboard einschließlich physischer Wasserrisiken erstellt und mit unseren Produktionsstandorten geteilt. Durch die Analyse des lokalen Wassermanagements an den Standorten können Risiken frühzeitig erkannt und Verbesserungspotenziale identifiziert werden. Um das Wassermanagement und den Wasserschutz voranzutreiben, haben wir zudem eine Plattform für den regelmäßigen Austausch von Informationen und guten Beispielen eingerichtet.

Im Jahr⁠ ⁠2023 haben wir mit der Einführung eines neuen, kontextbasierten Covestro-Wasserprogramms begonnen, das darauf abzielt, Wasserrisiken strategisch und systematisch anzugehen. Dieses Programm konzentriert sich speziell auf Standorte, die sich derzeit oder potenziell zukünftig in Wasserstressregionen befinden könnten, basierend auf Daten des World Resources Institute (WRI). Das Programm bewertet nicht nur die unmittelbaren und langfristigen wasserbezogenen Herausforderungen wie Wasserknappheit, Verschmutzung und Überschwemmungen, sondern trägt auch dazu bei, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich dies auf die Kontinuität und Effizienz unserer Produktionsstandortbetriebe auswirken könnte. Durch das Verständnis der Wechselwirkungen des Standorts mit dem lokalen Wassereinzugsgebiet kann die Initiative spezifische Risiken und Chancen identifizieren, was zur Entwicklung maßgeschneiderter mittel- bis langfristiger Aktionspläne führt, die auch die Festlegung lokaler wasserbezogener Ziele beinhalten können. Zusätzlich haben wir im Berichtsjahr eine Kritikalitätsbewertung zur Risikominderung im Wasserbereich implementiert, um einen klaren Priorisierungsansatz bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zu bestimmen. Um eine effektive Umsetzung zu gewährleisten, werden die erforderlichen Ressourcen sowohl auf Konzern- als auch auf Standortebene bereitgestellt. Das Programm soll bis 2030 ausgerollt sein und unterstreicht unser Engagement für ein nachhaltiges Wassermanagement in Wasserstressregionen.

Ziele

Derzeit haben wir uns für dieses Themengebiet keine Ziele gemäß den ESRS gesetzt. Mit Fortschreiten des Wasserprogramms werden wir mehr Einblick in das Thema erhalten und fortlaufend prüfen, ob es sinnvoll ist, konzernweite Ziele zu setzen. Unabhängig davon versuchen wir grundsätzlich, den Wassereinsatz gering zu halten und Wasser nach Möglichkeit mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten.

Kennzahlen

Wir erfassen unsere Wasserkennzahlen unter Einbeziehung aller vollkonsolidierten Gesellschaften.* Alle nicht vollkonsolidierten Gesellschaften des Konsolidierungskreises wurden entsprechend den Rechten und Pflichten des Covestro-Konzerns berücksichtigt. Dabei werden Daten aller umweltrelevanten Standorte von Covestro berücksichtigt, d.⁠ ⁠h. aller Produktionsstandorte und relevanten Verwaltungsstandorte. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich einige Änderungen bezogen auf die umweltrelevanten Standorte, darunter eine Standortschließung, ein Verkauf sowie die Aufnahme eines neu eröffneten Produktionsstandorts. Sofern diese Änderungen die Vergleichbarkeit der Kennzahlen mit dem Vorjahr wesentlich beeinflussen, erfolgt eine gesonderte Erläuterung. Um die Veröffentlichungsfristen einzuhalten, schätzen die Standorte die Umweltdaten für die letzten Wochen des laufenden Geschäftsjahres. Dies geschieht auf Basis etablierter Hochrechnungsmethodiken (z.⁠ ⁠B. auf Basis der Produktionsplanung, von Durchschnittswerten oder Daten aus den Vorjahresmonaten), um eine möglichst präzise Datenberichterstattung nahe den tatsächlichen Jahreskennwerten sicherzustellen. Sollten uns im Laufe des Folgejahres jedoch unter Berücksichtigung intern definierter Grenzwerte wesentliche Abweichungen bekannt werden, wird der betroffene Wert rückwirkend angepasst. Dies war im Jahr⁠ ⁠2025 für das Vorjahr⁠ ⁠2024 nicht erforderlich.

In der Summe lag die gesamte Wasserentnahme im Konzern im Berichtsjahr bei 250⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠m3 (Vorjahr: 247⁠ ⁠Mio.⁠ ⁠m3). Der größte Anteil des gesamten von Covestro eingesetzten Wassers entfällt auf Durchlaufkühlwasser. Dieses Wasser wird nur für Kühlzwecke verwendet und kommt nicht mit Produkten in Berührung. Das Kühlwasser wird nach Gebrauch üblicherweise zu seiner ursprünglichen Quelle zurückgeführt. Weitere Mengen werden als Abwasser zurückgeführt. Dieses wird je nach Qualität des Abwassers und entsprechend den anzuwendenden Umweltstandards behandelt oder unbehandelt abgeleitet. Die verbleibende Menge wird von Covestro verbraucht. Dazu gehören typischerweise Verdunstungsverluste aus Kühltürmen oder in Produkten enthaltenes Wasser.

Auf Standorte in aktuellen Wasserstressregionen entfielen 7⁠ ⁠% (Vorjahr: 7⁠ ⁠%) unserer gesamten Wasserentnahme.

Der ESRS E3 Wasser- und Meeresressourcen sieht grundsätzlich auch qualitative und quantitative Angaben zu erwarteten finanziellen Effekten durch wesentliche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen vor. Gemäß ESRS⁠ ⁠1 Anhang C in der durch den delegierten Rechtsakt 2025/1416 am 11.⁠ ⁠Juli 2025 geänderten Fassung macht Covestro im Berichtsjahr weiterhin von den Erleichterungsvorschriften zur schrittweisen Einführung dieser Angaben Gebrauch. Demnach können die genannten Angaben bis zum Berichtsjahr 2027 unterbleiben.

  1. Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt.