| Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zum Thema „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ | |||||||
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| Art | Beschreibung | Zeithorizont1 | Verortung2 | Finanzielle Auswirkung | Konzepte | Maßnahmen | Ziele |
| Ressourcen- zuflüsse inklusive Ressourcen- nutzung |
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| Auswirkung (potenziell negativ) | Die Gewinnung und Nutzung petrochemischer Vorprodukte erfordern erhebliche Mengen nicht erneuerbarer fossiler Rohstoffe. Durch diese Aktivitäten trägt Covestro zu einer potenziell negativen Auswirkung auf die Erschöpfung von Ressourcen bei. | M, L | 1 | Einsatz alternativer Rohstoffe | |||
| Auswirkung (potenziell positiv) | Covestro hat eine langfristige Vision zur Implementierung einer Kreislaufwirtschaft in seinem Geschäftsmodell entwickelt („Wir richten uns vollständig auf die Kreislaufwirtschaft aus"). Durch diesen Ansatz verursacht Covestro eine potenziell positive Auswirkung auf die Umwelt. | L | 2 | Einsatz alternativer Rohstoffe; Marktgestaltung für zirkuläre Produkte | |||
| Auswirkung (tatsächlich positiv) | Covestro konzentriert sich auf die Verwendung von ISCC PLUS-zertifizierten Rohstoffen und Zwischenprodukten, die in vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette recycelt werden. Durch diesen Ansatz verursacht Covestro eine tatsächlich positive Auswirkung auf Ressourcenzuflüsse. Zusätzlich schafft Covestro durch Pilotprojekte und Partnerschaften zur Erforschung neuer Technologien und Produkte weitere positive Auswirkungen. Diese Initiativen reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Materialien und tragen zur Schließung von Kohlenstoffkreisläufen bei. | K, M, L | 2 | Einsatz alternativer Rohstoffe; Marktgestaltung für zirkuläre Produkte | |||
| Chance | Die Kreislaufwirtschaft wird Covestro zahlreiche Möglichkeiten bieten, z. B. die Entwicklung von Recyclingtechnologien, die es Covestro ermöglichen, Rohstoffe aus Altmaterialien und Abfällen zu gewinnen. Dies kann ein Potenzial zur Kostensenkung bieten, insbesondere im Vergleich zu fossilen Kohlenstoffquellen, die mit der Einführung von Regulierungsmaßnahmen und der Einpreisung externer Effekte knapper und/oder teurer werden könnten. Wir erwarten auch eine steigende Nachfrage nach Produkten mit einem geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck und einem höheren Anteil an alternativen Rohstoffen (z. B. Recyclinganteil). Die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft wird neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle schaffen und die Position von Covestro im Wettbewerb um Kapital stärken, da Unternehmen mit guter ESG-Performance von Investoren und Kapitalgebern gleichermaßen bevorzugt werden. | M | 1, 2 | Ertragslage | Einsatz alternativer Rohstoffe; Recyclingfähigkeit unserer Materialien erhöhen | ||
| Ressourcen- abflüsse bezogen auf Produkte und Services |
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| Auswirkung (potenziell positiv) | Covestro engagiert sich in der Entwicklung innovativer chemischer und biochemischer Recyclingprozesse. Durch diese Aktivitäten trägt Covestro zu einer potenziell positiven Auswirkung auf produkt- und servicebezogene Ressourcenabflüsse bei. Die Recyclingprozesse zielen darauf ab, Kunststoffabfälle wieder in Rohstoffe für die Produktion umzuwandeln und dadurch den CO2-Fußabdruck der Produkte zu reduzieren. | M, L | 2 | Recyclingfähigkeit unserer Materialien erhöhen; Marktgestaltung für zirkuläre Produkte | |||
| Auswirkung (tatsächlich negativ) | In der nachgelagerten Wertschöpfungskette von Covestro können Produkte von Kundenindustrien in nicht recyclingfähiger Weise verwendet werden. In diesen Fällen ist Covestro durch den Ressourcenverlust mit einer tatsächlich negativen Auswirkung verbunden. Dieser Verlust erfordert die zusätzliche Produktion von Neumaterial, was Treibhausgasemissionen und Umweltverschmutzung verursacht und damit zum Klimawandel beiträgt. | K, M | 3 | Recyclingfähigkeit unserer Materialien erhöhen; Marktgestaltung für zirkuläre Produkte | |||
| Abfall | |||||||
| Auswirkung (potenziell negativ) | In den eigenen Betriebsaktivitäten von Covestro entsteht Abfall aus der Produktion von Chemikalien und Industrieprodukten. Bei der Abfallbehandlung am Standort besteht die Möglichkeit von Umweltschäden im Bereich der Anlage. Im Fall eines Zwischenfalls verursacht Covestro eine potenziell negative Auswirkung auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die biologische Vielfalt. | K, M, L | 2 | Integriertes Management-system | Effizienter und sicherer Umgang mit Abfällen, „Waste to Value" Initiative | ||
| Auswirkung (tatsächlich negativ) | In den eigenen Betriebsaktivitäten von Covestro entstehen verschiedene Arten von Abfällen, einschließlich gefährlicher Abfälle. Durch diese Abfallerzeugung trägt Covestro zu einer tatsächlich negativen Auswirkung auf die Umwelt bei. Gefährliche Abfälle verursachen Umweltauswirkungen auf zwei Arten: Sie setzen bei der Verbrennung giftige Emissionen frei und führen bei der Lagerung auf einer Deponie zu einer Bodenverschmutzung. | K, M, L | 2 | Integriertes Management-system | Effizienter und sicherer Umgang mit Abfällen, „Waste to Value" Initiative | ||
1 Zeithorizont unterteilt in kurzfristig (K), mittelfristig (M) und langfristig (L)
2 Verortung innerhalb der Wertschöpfungskette unterteilt in vorgelagerte Wertschöpfungskette (1), eigene Geschäftstätigkeit (2) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (3)
Für weitere Informationen siehe „Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“
Für weitere Informationen siehe „Strategie – Interessen und Standpunkte der Interessenträger“
Unsere Intention ist, dass Produkte und Materialien am Ende ihres Lebenszyklus – als Ganzes, in Form von Polymeren oder in molekularer und anderer chemischer Form – wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt werden. Die Nutzung weiterer erneuerbarer Kohlenstoffquellen und die beabsichtigte vollständige Umstellung auf eine regenerative Produktionsweise, z. B. mithilfe erneuerbarer Energien, stellen für Covestro komplementäre Schritte dar, um in der Zukunft eine vollständige Kreislaufwirtschaft und die darauf basierenden Netto-Null-Treibhausgasemissionsziele im Unternehmen zu erreichen.
Die langfristige Ausrichtung von Covestro auf die Kreislaufwirtschaft, d. h. konsistent mit dem langfristigen Scope-3-Ziel bis zum Jahr 2050, soll in Zukunft mit konkreten Konzepten unterlegt werden. Diese werden momentan entwickelt und gebündelt, um eine spezifische Abkehr von der Nutzung von Primärrohstoffen und eine diesbezügliche nachhaltige Beschaffung zu erreichen. Dabei werden wesentliche Aspekte auch bereits indirekt durch die ESRS-E1-Konzepte adressiert, insbesondere durch die Maßnahme E1 „Reduktion Scope-1- und -2-Emissionen der Zulieferer“.
Covestro erwartet kurzfristig keine signifikanten zusätzlichen operativen Kosten in der Transformation zur Kreislaufwirtschaft. Wir werden bis zum Jahr 2035 ca. 580 Mio. € in eigene Recycling- und biobasierte Technologien investieren. Mittel- und langfristig sind zusätzliche operative Kosten und Investitionen noch zu evaluieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese schwierig zu beziffern aufgrund einer noch hohen Ungewissheit in der Technologiereife, Regularien und Kundenanforderungen. Die benötigten Investitionen sind feste Bestandteile der Ressourcen- und Allokationsplanung und dediziert zu konkreten Projekten.
Für weitere Informationen siehe „ESRS E1: Klimawandel – Übergangsplan für den Klimaschutz“
Für weitere Informationen, auch zu den Ausgaben im Berichtsjahr, siehe „ESRS E1: Klimawandel – MAKE-Projekte“
Daneben treibt Covestro bereits seit vielen Jahren das Thema Kreislaufwirtschaft durch zielgerichtete Maßnahmen voran. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die fossilen Ressourcenzuflüsse und -abflüsse sowie Produktionsabfälle zu verringern, um damit insgesamt die Primärrohstoffnutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verringern. Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen tragen dazu bei.
Als ressourcenintensives Unternehmen sehen wir einen bedeutenden Hebel darin, zunächst das Themenfeld Rohstoffeinkauf zu adressieren, um den Einsatz alternativer Rohstoffe im Vergleich zum fossilen Primärrohstoffeinsatz stetig zu erhöhen. Ein wesentlicher Pfeiler unserer Strategie „Sustainable Future“ ist daher das Thema „alternative Rohstoffe“. Diese wollen wir einerseits durch eigene innovative Verfahren herstellen und andererseits ihren Einsatz durch eine auf zirkuläre Rohstoffe ausgerichtete Einkaufsstrategie vorantreiben.
Unsere technische Kernkompetenz liegt in der Entwicklung und Anwendung komplexer chemischer Verfahren und Prozesse. Dieses Wissen wollen wir insbesondere zur Etablierung innovativer chemischer und biochemischer Recycling- und Produktionsprozesse für die Kreislaufwirtschaft nutzen. Wir möchten spezifische Verfahren etablieren, die es uns ermöglichen, zielgerichtet die für Covestro notwendigen Rohstoffe aus Kunststoffabfällen herzustellen. Der Einsatz dieser recycelten Rohstoffe in unserer Produktion führt zu Produkten mit einem geringeren CO2-Fußabdruck und steigert die Recyclingquote (Recyclingfähigkeit unserer Materialien erhöhen). Daneben wollen wir künftig auch Rohstoffe einsetzen, die in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen recycelt wurden. Dabei setzen wir auch auf den Einsatz von „ISCC PLUS“-zertifizierten Rohstoffen und Zwischenprodukten, die über den Massenbilanzansatz unseren Endprodukten anteilhaft zugewiesen werden. Bei dem Massenbilanzansatz handelt es sich um ein überprüfbares und transparentes Konzept, das weltweit angewendet und von großen Wirtschaftsverbänden wie Cefic und Plastics Europe in Europa oder ACC in den USA unterstützt wird.
Im Jahr 2025 pilotierte Covestro ein automatisiertes System für die Produktion nach dem Massenbilanzansatz, das die manuelle Buchführung nachhaltiger Materialien durch ein SAP-natives System ersetzt und alle produktionsrelevanten Logistikfunktionen integriert hat. Neben der Effizienzsteigerung ermöglicht das automatisierte System die unternehmensweite Skalierung des Massenbilanzansatzes und verbessert die Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Die Technologie wird von externen Beratern bewertet.
Insgesamt sind chemische Verfahren zur Kreislaufführung für Covestro wichtige Hebel, die dabei helfen, fossile Materialien schrittweise zu ersetzen und Kohlenstoffkreisläufe zu schließen. Somit wollen wir mithilfe der Kreislaufwirtschaft und unserer Klimaziele den Umweltfußabdruck unseres Produktportfolios reduzieren und klimaneutral gestalten. Diese Vorgehensweise wird kontinuierlich mittels Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA), also unter Berücksichtigung von Auswirkungen und Beiträgen entlang des gesamten Lebenszyklus, überprüft.
Covestro forscht derzeit in 20 Projekten an Recyclingverfahren für eigene Produkte und Materialien. Von besonderer Bedeutung sind für Covestro dabei Verfahren, mit denen Materialien chemisch oder enzymatisch wieder in ihre Moleküle umgewandelt werden können. Die so gewonnenen Sekundärrohstoffe haben eine vergleichbare Qualität und vergleichbare Eigenschaften wie herkömmlich hergestellte Rohstoffe und können daher erneut zur Herstellung von Produkten und Materialien eingesetzt werden.
Für weitere Informationen siehe „Nachhaltige Lösungen“
Mittels der Kennzeichnung spezifischer Lösungen durch das Label „Circular Intelligence“ (CQ) legen wir die Basis für ein klar erkennbares zirkuläres Portfolio für die Marktgestaltung für zirkuläre Produkte. Als einen wichtigen Hebel dafür beobachten wir die sich stetig weiterentwickelnde Regulatorik, die zu einem höheren Mindestrezyklatanteil in diversen Kunststoffanwendungen führt und unsere Kreislaufstrategie mit beeinflussen wird.
Für weitere Informationen siehe „Nachhaltige Lösungen“
Das CQ-Konzept bietet das Potenzial für eine umfassende Implementierung im gesamten Produktportfolio von Covestro. Dies würde es ermöglichen, alle Kernprodukte unter dem CQ-Label anzubieten. Gegenwärtig findet das Konzept in ausgewählten MDI-, TDI- und Polycarbonat-Produkten Einsatz.
Für weitere Informationen siehe: www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy/circular-intelligence
In F&E-Projekten wie auch Kooperationen arbeiten wir eng mit Recyclingunternehmen zur Rohstoffgenerierung zusammen, um den Rezyklatmarkt und die entsprechende Rohstoffverfügbarkeit zu entwickeln, und integrieren Erfahrungen aus diesem Marktumfeld in Kundenprojekten in das Produktdesign und entsprechende Guidelines im „Design for Recycling“.
Für weitere Informationen siehe „Innovation – Strategische Partnerschaften und Kooperationen“
Für weitere Informationen siehe: www.covestro.com/de/sustainability/what-drives-us/circular-economy/innovative-recycling/innovators-for-recycling
Gefährliche und nichtgefährliche Abfälle sind im Wesentlichen auf den Materialeinsatz in unserer Produktion zurückzuführen. Wo möglich, versuchen wir unsere Auswirkungen auf Umwelt und die Gesellschaft möglichst gering zu halten. Aus diesem Grund und auch aus ökonomischen Überlegungen heraus versuchen wir unsere Produktionsverfahren mit Blick auf den Materialeinsatz weltweit möglichst effizient zu gestalten. Wir betrachten und bewerten unsere Herstellungsprozesse fortlaufend, um Materialverbrauch und Entsorgungsmengen so weit wie möglich zu reduzieren und Materialien, wenn möglich, intern wiederzuverwerten. Sofern Abfälle nicht vermieden, wiederverwertet oder ökonomisch sinnvoll recycelt werden können, legen wir im Abfallmanagement Wert auf sichere, nach Abfallarten getrennte Entsorgungswege. Einige durch unsere Produktionsverfahren erzeugte Abfälle mit hohem Heizwert werden als Brennstoff thermisch verwertet, um daraus Dampf für unsere Produktionsanlagen zu generieren. Daneben kann es auch vorkommen, dass wir aufgrund der lokalen Bestimmungen dazu verpflichtet sind, Abfälle zu deponieren. Produktionsschwankungen sowie Abriss- und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen können die Abfallmengen und Verwertungswege beeinflussen.
Diese und weitere Regeln für den Umgang mit Abfällen werden im Rahmen des integrierten Managementsystems von Covestro behandelt und unterliegen damit konzernweiten Mindestanforderungen, die auch über lokale Bestimmungen hinausgehen können.
Für weitere Informationen zum integrierten Managementsystem siehe „ESRS E2: Umweltverschmutzung“
Im Rahmen der Covestro-internen Initiative „Waste to Value“ streben wir eine größere Transparenz bezüglich unserer Abfallströme an und möchten Ideen für deren verbesserte Nutzung sammeln und teilen. Die Erkenntnisse aus dieser Initiative sollen die Bewertung und kontinuierliche Verbesserung von Verwertungs- und Entsorgungsoptionen unterstützen, um eine verantwortungsvolle Abfallwirtschaft zu gewährleisten. Im Jahr 2025 haben wir mit der Umsetzung mehrerer Ideen begonnen, was u. a. zu einer verbesserten internen Wiederverwendung und Wiederverwertung von Abfallströmen führte. Weitere Projekte sind für die kommenden Jahre geplant.
Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Unternehmen lässt sich insbesondere daran messen, in welchem Maße es uns in der Produktion gelingt, Kohlenstoffquellen auf fossiler Basis durch alternative Rohstoffe zu ersetzen sowie anorganische Verbindungen auf erneuerbarer Basis herzustellen und jeweils im Kreislauf zu führen. Damit hängt auch der Absatz von als zirkulär qualifizierbaren Lösungen am Markt zusammen. Entsprechend arbeiten wir daran, geeignete Ziele für Covestro zu entwickeln, die die Performance in allen für die Kreislaufwirtschaft wesentlichen Bereichen steigern und langfristig zu einer absoluten Reduktion des Primärrohstoffeinsatzes führen.
Covestro beabsichtigt, seine Nachhaltigkeitsziele in den nächsten Jahren zu überarbeiten. Dies beinhaltet auch unsere Ambition in Bezug auf Kreislaufwirtschaft.
Darüber hinaus zahlen auch die im Bereich Klimaschutz gesetzten Ziele mittelbar auf die Kreislaufwirtschaft ein, indem bspw. auf den Einkauf alternativer Rohstoffe gesetzt wird, um auch die Scope-3-Emissionen zu senken.
Ressourcenzuflüsse
Weitere Informationen zu der Beschaffung von Rohstoffen befinden sich im Kapitel „Einkauf“. Covestro treibt den Einkauf alternativer Rohstoffe voran. Im Berichtsjahr wurden die Ressourcenzuflüsse analysiert, die als alternative Produktionsrohstoffe im Sinne der ESRS Verwendung finden. Ausgangsbasis sind dabei die in unserem globalen ERP-System erfassten Ressourcenzuflüsse. Dieses ermöglicht mithilfe eines produktlebenszyklusbezogenen Systems die Erfassung und Analyse. Hierbei werden massebasierte Ströme erfasst. Technische Güter und Services sind nicht wesentlich und finden keine Berücksichtigung. Es werden die nachfolgenden zwei Kategorien „biologische Materialien“ und „wiederverwendbare und recycelte Materialien“ verwendet.
| Ressourcenzuflüsse1 | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2024 | 2025 | |||
| in Tonnen | in % | in Tonnen | in % | |
| Gesamtgewicht der verwendeten Produkte | 9.947.341 | 8.654.110 | ||
| davon biologische Materialien | 30.979 | 0,3 | 47.213 | 0,5 |
| davon wiederverwendbare und recycelte Materialien | 6.975 | 0,1 | 6.121 | 0,1 |
1 Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt.
Covestro hat im Berichtsjahr seine Produkte hinsichtlich der Rezyklierbarkeit analysiert. Wir verfolgen mit dem Fokus auf mechanische Rezyklierbarkeit einen konservativen Ansatz. Als theoretisch mechanisch recycelbar gelten Produkte, die eingeschmolzen und repelletiert oder an den Verkaufsstellen von Covestro wieder in die Produktion integriert werden könnten. Auf die gesamten Ressourcenabflüsse bezogen, belief sich der Anteil des recycelbaren Produktportfolios auf 15,0 % (Vorjahr: 15,0 %). Betrachtet man das Kerngeschäft, betrug der Anteil mechanisch recycelbarer Produkte 28,1 % (Vorjahr: 28,4 %) des Produktportfolios, das dem Kerngeschäft zuzuordnen ist.
Für weitere Informationen zum Kerngeschäft siehe „Unternehmensprofil – Geschäftsmodell”
Wir erfassen unsere Abfallkennzahlen unter Einbeziehung aller vollkonsolidierten Gesellschaften.* Alle nicht vollkonsolidierten Gesellschaften des Konsolidierungskreises wurden entsprechend den Rechten und Pflichten des Covestro-Konzerns berücksichtigt. Dabei werden Daten aller umweltrelevanten Standorte von Covestro berücksichtigt, d. h. aller Produktionsstandorte und relevanter Verwaltungsstandorte. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich einige Änderungen bezogen auf die umweltrelevanten Standorte, darunter eine Standortschließung, ein Verkauf sowie die Aufnahme eines neu eröffneten Produktionsstandorts. Sofern diese Änderungen die Vergleichbarkeit der Kennzahlen mit dem Vorjahr wesentlich beeinflussen, erfolgt eine gesonderte Erläuterung. Bei den Abfallmengen handelt es sich in der Regel um gemessene Daten. Um die Veröffentlichungsfristen einzuhalten, schätzen die Standorte die Umweltdaten für die letzten Wochen des laufenden Geschäftsjahres. Dies geschieht auf Basis etablierter Hochrechnungsmethodiken (z. B. auf Basis der Produktionsplanung, Durchschnittswerte oder Daten aus den Vorjahresmonaten), um eine möglichst präzise Datenberichterstattung nahe den tatsächlichen Jahreskennwerten sicherzustellen. Sollten uns im Laufe des Folgejahres jedoch unter Berücksichtigung intern definierter Grenzwerte wesentliche Abweichungen bekannt werden, wird der betroffene Wert rückwirkend angepasst. Dies war im Jahr 2025 für das Vorjahr 2024 nicht erforderlich.
In nahezu allen Ländern unterliegen Abfallmengen und -ströme zudem einer gesetzlich geforderten lückenlosen Nachweispflicht, die an den Standorten entsprechend befolgt wird. So existieren z. B. in Deutschland Abfallbegleitverfahren zwischen Abfallerzeuger und -entsorger, die eine durchgängige Rückverfolgbarkeit der Abfallwege ermöglichen. Wir streben weiterhin an, die Abfallmengen an unseren weltweiten Standorten vergleichbar zu halten; dies ist jedoch aufgrund der lokalen Gesetzgebung nicht immer möglich. Insbesondere die Bestimmung sowie die Entsorgung von gefährlichen Abfällen unterliegen den lokal geltenden Definitionen und Vorschriften. Es ist uns derzeit nicht möglich, alle Abfallmengen nach EU-Gesetzgebung zu erfassen. Derzeit entfallen etwa 40 % der Gesamtabfallmenge auf Standorte innerhalb der EU, von denen 53 % als gefährliche Abfälle nach EU-Gesetzgebung eingestuft wurden. Für die Nicht-EU-Standorte haben wir den Anteil der gefährlichen Abfälle auf 67 % der außereuropäischen Gesamtabfallmenge geschätzt. Grundlage für die Schätzung waren die Definitionen der lokalen Gesetzgebung, die wir hinsichtlich wesentlicher Unterschiede zur EU-Gesetzgebung analysiert und daraus keine notwendigen Anpassungen abgeleitet haben.
Im Wesentlichen fallen Abfälle bei Covestro in der Produktion an, z. B. TDI- oder BPA-Rückstände. Daneben fallen bei Covestro aber auch Abfälle aus Abriss- und Baumaßnahmen an. Die Abfallmenge kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Da wir auch Abwasseraufbereitungsanlagen betreiben, fallen hier auch entsprechende Abfälle an.
Insgesamt zeigt sich eine sehr diverse Zusammensetzung an Abfallmaterialien.
Die Menge der gefährlichen Abfälle lag im Berichtsjahr bei 138 kt (Vorjahr: 177 kt). Insgesamt wurden 73 kt (Vorjahr: 74 kt) Abfall keinem Recyclingverfahren zugeführt; dies entspricht einem prozentualen Anteil nicht recycelter Abfälle von 33 % (Vorjahr: 29 %).
| Abfall nach Entsorgungsart1 | ||
|---|---|---|
| 2024 | 2025 | |
| in kt | in kt | |
| Gesamtmenge des Abfallaufkommens | 259 | 224 |
| Gesamtmenge der verwerteten Abfälle | 207 | 171 |
| Vorbereitung zur Wiederverwendung | 12 | 12 |
| gefährliche Abfälle | 1 | 1 |
| nicht gefährliche Abfälle | 11 | 11 |
| Recycling | 185 | 151 |
| gefährliche Abfälle | 140 | 108 |
| nicht gefährliche Abfälle | 45 | 43 |
| Sonstige Verwertungsverfahren | 10 | 8 |
| gefährliche Abfälle | 4 | 3 |
| nicht gefährliche Abfälle | 6 | 5 |
| Gesamtmenge der beseitigten Abfälle | 52 | 53 |
| Verbrennung | 22 | 19 |
| gefährliche Abfälle | 18 | 14 |
| nicht gefährliche Abfälle | 4 | 5 |
| Deponierung | 17 | 19 |
| gefährliche Abfälle | 6 | 4 |
| nicht gefährliche Abfälle | 11 | 15 |
| Sonstige Arten der Beseitigung | 13 | 15 |
| gefährliche Abfälle | 8 | 8 |
| nicht gefährliche Abfälle | 5 | 7 |
1 Für das Jahr 2025 wurden die Daten der akquirierten Pontacol-Gesellschaften aufgrund von Unwesentlichkeit nicht berücksichtigt.
Der ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft sieht grundsätzlich auch qualitative und quantitative Angaben zu erwarteten finanziellen Effekten durch wesentliche Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft vor. Gemäß ESRS 1 Anhang C in der durch den delegierten Rechtsakt 2025/1416 am 11. Juli 2025 geänderten Fassung macht Covestro im Berichtsjahr weiterhin von den Erleichterungsvorschriften zur schrittweisen Einführung dieser Angaben Gebrauch. Demnach können die genannten Angaben bis zum Berichtsjahr 2027 unterbleiben