| Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zum Thema „Nachhaltige Lösungen“ | ||||||
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| Art | Beschreibung | Zeithorizont1 | Verortung2 | Konzepte | Maßnahmen | Ziele |
| Nachhaltige Lösungen | ||||||
| Auswirkung (potenziell positiv) | Covestro legt einen starken Fokus auf die Entwicklung von Anwendungen, die auf Nachhaltigkeit einzahlen. Diese Innovationen umfassen u. a. Isolierung in der Bauindustrie, Leichtbaulösungen in der Automobilindustrie, Anwendungen in der Windenergie sowie wasserbasierte Lacke und Klebstoffe. Durch diesen Forschungs- und Entwicklungsfokus, der an den UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung (UN SDGs) ausgerichtet ist, trägt Covestro zu einer potenziell positiven Auswirkung auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit in der nachgelagerten Wertschöpfungskette bei (etwa Klimawandel und soziale Auswirkungen der Produkte). | M, L | 3 | R&D Sustainability Assessment Policy | R&D Sustainability Assessment Policy | Weiterentwicklung unseres nachhaltigen F&E-basierten Innovationsportfolios |
1 Zeithorizont unterteilt in kurzfristig (K), mittelfristig (M) und langfristig (L)
2 Verortung innerhalb der Wertschöpfungskette unterteilt in vorgelagerte Wertschöpfungskette (1), eigene Geschäftstätigkeit (2) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (3)
Für weitere Informationen siehe „Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen“
Für weitere Informationen siehe „Strategie – Interessen und Standpunkte der Interessenträger“
Ein nachhaltiges Produktportfolio nimmt für uns bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie „Sustainable Future“ eine Schlüsselfunktion ein. Der weitere Ausbau eines solchen Portfolios wird von unserem forschungs- und entwicklungsbasierten Innovationsportfolio unterstützt. Es werden insbesondere Produktinnovationen gefördert, die einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (United Nations Sustainable Development Goals, SDGs) leisten und eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung unserer Ziele hinsichtlich Kreislaufwirtschaft sowie unserer Netto-Null-Treibhausgasemissionsziele vorantreiben.
Für weitere Informationen siehe www.solutions.covestro.com/de
Gleichzeitig haben wir unsere Portfolio-Sustainability-Assessment-(PSA-)Methode weiterentwickelt, um auch die Nachhaltigkeit unserer bestehenden Produkte, insbesondere in Bezug auf Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität, zu bewerten und unser Produktportfolio künftig noch stärker dahingehend auszurichten. Dies erfolgt unter Berücksichtigung rechtlicher Anforderungen. Wir berichten zudem, wie und in welchem Umfang unsere Tätigkeiten mit Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind, die nach der Taxonomie-Verordnung der Europäischen Union als ökologisch nachhaltig einzustufen sind.
Für weitere Informationen siehe „EU-Taxonomie“
Anhand der Nachhaltigkeitsbewertung unseres Produktportfolios (Portfolio Sustainability Assessment, PSA) – basierend auf der Methodik des globalen Nachhaltigkeitsforums „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) – baut Covestro ein zukunftssicheres und nachhaltiges Produktportfolio auf. Dazu werden Entwicklungen im regulatorischen Umfeld und im Marktumfeld mithilfe des PSA frühzeitig identifiziert und in Entscheidungsprozesse einbezogen. Die Ergebnisse des PSA sollen in Entscheidungen bezüglich des Produktportfolios sowie in Bezug auf die Unternehmenssteuerung integriert werden. Die fertiggestelle PSA-Methode wird in einem stufenweisen Prozess implementiert. Die Roadmap dazu ist weiter in der Entwicklung, mit klarem Fokus auf die Digitalisierung. Um die Entwicklung unseres zirkulären Produktportfolios voranzutreiben, wollen wir langfristig alle Produkte in einer klimaneutralen und dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft folgenden Version anbieten. Unsere „Circular Intelligence“-(CQ-)Lösungen setzen auf alternative Rohstoffe und Energiequellen sowie auf chemisches Recycling und bestehen aktuell zu mindestens 25 % aus alternativen oder recycelten Rohstoffen.
Für weitere Informationen siehe „Unternehmensstrategie – Strategie des Konzerns“
Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass unsere Produkte nur dann nachhaltig sein können, wenn der Umgang mit ihnen für Mensch und Umwelt sicher ist. Entsprechend berücksichtigt auch unser Produktportfolio die Anforderungen an die Produktverantwortung. Unsere Aktivitäten in dem Bereich sind Teil des integrierten Managementsystems für HSEQ, um zu gewährleisten, dass unsere Vorgaben und Standards erfüllt werden.
Für weitere Informationen siehe „ESRS S2: Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – Produktverantwortung“
Während die Geschäftseinheiten ihre Produktportfolios im Berichtsjahr selbständig steuerten, befasste sich der Sustainability & Innovation Governance Body (SI GoB) u. a. mit den Fortschritten bei der Überarbeitung der Methode zur Nachhaltigkeitsbewertung unseres Produktportfolios.
Bei Covestro streben wir danach, Antworten auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, zunehmende Urbanisierung und Mobilität sowie das Bevölkerungswachstum zu finden. Wir sind bestrebt, Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) zu integrieren, indem wir unsere Bewertungsprozesse für das F&E-Projektportfolio an den SDGs ausrichten. Diese Ausrichtung ermöglicht es uns, frühzeitig auch unkonventionelle und neuartige Ansätze zu identifizieren, zu untersuchen und zu testen. So tragen wir durch die Ergebnisse der F&E zum Erreichen der SDGs bei. Für die Steuerung des F&E-Projektportfolios hin zu einem positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit hat Covestro die R&D Sustainability Assessment Policy definiert. Diese F&E-Bewertung im Hinblick auf die UN-Nachhaltigkeitsziele ist ein globaler Prozess. Betroffene Interessenträger in dem Prozess sind Arbeitnehmer, dabei insbesondere Innovationsprojektmanager und entsprechende Lenkungsausschüsse.
Die Covestro-Richtlinie für nachhaltige Lösungen umfasst Produkt- und Anwendungs-, Prozess- und Technologieinnovationsprojekte, die einen positiven Umwelteinfluss in der nachgelagerten Wertschöpfungskette sicherstellen, indem sie sich auf die Entwicklung von Anwendungen konzentrieren, die zur Nachhaltigkeit beitragen – z B. die Entwicklung einer Aufpralldämpferstruktur aus einem thermoplastischen Material für die E-Mobilität, insbesondere batterieelektrische Fahrzeuge, um die Batterie im Falle eines Unfalls zu schützen und somit zur Verkehrssicherheit beizutragen.
Ein wesentlicher Pfeiler nachhaltiger Lösungen ist für Covestro, die Recyclingfähigkeit unseres Produktportfolios sicherzustellen. Hierzu forscht Covestro in derzeit an 20 R&D Projekten an spezifischen Recyclinglösungen für unsere Produkte, insbesondere im Bereich des chemischen Recyclings.
Der Leiter der Unternehmensfunktion Group Innovation & Sustainability, der direkt dem Vorstand unterstellt ist, trägt die Verantwortung für die Umsetzung dieser Richtlinie in Abstimmung mit den Geschäftsbereichen und dem Sustainability & Innovation Governance Body (SI GoB).
Bei der Bewertung unserer Projekte ziehen wir nur solche Projekte für die Bemessung unseres Ziels in Betracht, die einen zusätzlichen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten. Um diesen zusätzlichen Beitrag zu messen, ist die R&D Sustainability Assessment Policy innerhalb des bestehenden Innovationsprozesses implementiert, die den Beitrag der Projekte überprüft. Im Rahmen dieses Prozesses wird jedes F&E-Projekt basierend auf internen Fachinterviews bewertet. Anhand von konkreten Fragen werden die Auswirkungen eines Projekts und seiner Ergebnisse auf alle 17 SDGs beurteilt. Es werden nur die Projekte berücksichtigt, die aus der Perspektive der SDG-Auswirkungen deutlich besser als das Referenzsystem bewertet werden. Das Referenzsystem muss eine etablierte Technologie sein, definiert als eine Technologie mit einer Marktdurchdringung von mehr als 5 %. Wenn die beabsichtigte Lösung aus der Perspektive der SDG-Auswirkungen deutlich besser ist als das Referenzsystem, wird die Auswirkung als „positive drive“ bewertet. Bei der Bewertung handelt es sich um kontinuierlich durchgeführte Maßnahmen.
Im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitszielen streben wir die stetige Weiterentwicklung unseres nachhaltigen F&E-basierten Innovationsportfolios an. Konkret sollten bis Ende 2025 80 % der Projektkosten für Forschung und Entwicklung in Bereichen eingesetzt werden, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen. Die Bewertung ist für unter die R&D Sustainability Assessment Policy fallenden Projekte verpflichtend; es gibt weder eine Änderung in der Bewertung noch in der Kennzahl. Dies ist eine qualitative Bewertung, bei der Daten zum Endprodukt oder zu den Technologien in der frühen Phase des Stage-Gate-Prozesses noch nicht für einen schlüssigen wissenschaftlichen Nachweis verfügbar sind. Das Ziel wurde jährlich überprüft, basierend auf den tatsächlichen Projektkosten und dem Ergebnis der Bewertung des Projekts. Das Ziel ist ein globales Ziel und umfasst Produkt- und Anwendungs-, Prozess- sowie Technologieinnovationsprojekte. Die Zielsetzung für die Kennzahl wurde vom Vorstand festgelegt. Bei der Zielsetzung bildeten interne Stakeholder den Schwerpunkt. Externe Interessengruppen wurden dabei nicht miteinbezogen. Da es sich um ein zukunftsgerichtetes Ziel handelt, haben wir kein Basisjahr für den Vergleich festgelegt. Darüber hinaus basiert der Beitrag auf der qualitativen Bewertung und den Projektkosten.
Im Berichtsjahr verzeichneten wir eine Verbesserung der Kennzahl auf 61 % (Vorjahr: 54 %). Dies entspricht 49,4 Mio. € (Vorjahr: 45,3 Mio. €) Projektkosten für Forschung und Entwicklung, die in Bereichen eingesetzt werden, die zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen. Die 61 % entsprechen nicht dem uns selbstgesteckten Ziel von 80 % für das Jahr 2025.
In der zugrunde liegenden Bewertung der Forschungsprojekte haben wir alle relevanten Projekte nach den folgenden Kriterien bewertet:
Wir haben hohe Ansprüche an unseren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, daher sind in die Berechnung des KPI nur Projekte eingeflossen, die mit „positive drive“ bewertet wurden. Basierend auf diesen Annahmen wurde das Ziel im Jahr 2025 nicht erreicht. Wenn die ursprünglich definierte Berechnungsmethodik um Projekte erweitert würde, die als „positiv“ bewertet wurden, ergäbe sich ein Wert von 95 % (Vorjahr: 93 %).