Der Konzernumsatz verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 8,7 % auf 12.942 Mio. € (Vorjahr: 14.179 Mio. €). Der Rückgang war vor allem auf ein in allen Regionen niedrigeres Verkaufspreisniveau, das sich mit 5,2 % negativ auf den Umsatz auswirkte, zurückzuführen. Daneben wirkte sich die Entwicklung der Wechselkurse mit 2,6 % umsatzreduzierend aus. Gesunkene Absatzmengen hatten ebenso einen negativen Effekt in Höhe von 0,9 % auf den Umsatz.
Der Umsatz im Segment Performance Materials verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 um 12,1 % auf 6.128 Mio. € (Vorjahr: 6.970 Mio. €). Im Segment Solutions & Specialties sank der Umsatz um 5,5 % auf 6.621 Mio. € (Vorjahr: 7.004 Mio. €).
In der Region EMLA reduzierte sich der Umsatz um 11,4 % auf 5.181 Mio. € (Vorjahr: 5.848 Mio. €) und in der Region NA um 3,7 % auf 3.378 Mio. € (Vorjahr: 3.507 Mio. €). Der Umsatz in der Region APAC sank um 9,1 % auf 4.383 Mio. € (Vorjahr: 4.824 Mio. €).
1 EMLA: Region Europa, Naher Osten, Lateinamerika (ohne Mexiko), Afrika
2 NA: Region Nordamerika (Kanada, Mexiko, USA)
3 APAC: Region Asien-Pazifik
| Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung) | |||
|---|---|---|---|
| 2024 | 2025 | Veränderung | |
| in Mio. € | in Mio. € | in % | |
| Umsatzerlöse | 14.179 | 12.942 | – 8,7 |
| Herstellungskosten | – 12.002 | – 11.225 | – 6,5 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 2.177 | 1.717 | – 21,1 |
| Vertriebskosten | – 1.513 | – 1.455 | – 3,8 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | – 392 | – 342 | – 12,8 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | – 343 | – 353 | 2,9 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (–) und Erträge (+) | 158 | 86 | – 45,6 |
| EBIT | 87 | – 347 | . |
| Finanzergebnis | – 114 | – 145 | 27,2 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | – 27 | – 492 | . |
| Ertragsteuern | – 245 | – 151 | – 38,4 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern | – 272 | – 643 | 136,4 |
| auf nicht beherrschende Anteile entfallend | – 6 | 1 | . |
| auf die Aktionäre der Covestro AG entfallend (Konzernergebnis) | – 266 | – 644 | 142,1 |
Die Herstellungskosten reduzierten sich um 6,5 % auf 11.225 Mio. € (Vorjahr: 12.002 Mio. €), vor allem aufgrund gesunkener Rohstoffkosten. Die Energiekosten sind hingegen im Vorjahresvergleich gestiegen. Ein maßgeblicher Treiber dafür waren staatliche Beihilfen zur Strompreiskompensation in Deutschland in Höhe von 12 Mio. €, die im Vorjahresvergleich um 43 Mio. € niedriger ausfielen (Vorjahr: 55 Mio. €).
Der Anteil der Herstellungskosten am Umsatz erhöhte sich auf 86,7 % (Vorjahr: 84,6 %).
Das Bruttoergebnis vom Umsatz sank um 21,1 % auf 1.717 Mio. € (Vorjahr: 2.177 Mio. €). Wesentlicher Treiber hierfür war das gesunkene Verkaufspreisniveau, das nur teilweise durch die geringeren Rohstoffkosten kompensiert werden konnte. Daneben wirkten sich negative Effekte aus Wechselkursveränderungen ergebnismindernd aus. Hingegen hatte die Entwicklung der Absatzmengen einen ergebniserhöhenden Effekt, da die Reduzierung von Geschäften mit negativen Margen trotz insgesamt rückläufiger Absatzmengen zu einem positiven Mengeneffekt auf das EBITDA führte.
Die Vertriebskosten reduzierten sich um 3,8 % auf 1.455 Mio. € (Vorjahr: 1.513 Mio. €). Im Verhältnis zum Umsatz ergab sich ein Vertriebskostenanteil in Höhe von 11,2 % (Vorjahr: 10,7 %). Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) sanken um 12,8 % auf 342 Mio. € (Vorjahr: 392 Mio. €). Bezogen auf den Umsatz ergab sich damit eine F&E-Quote in Höhe von 2,6 % (Vorjahr: 2,8 %). Die allgemeinen Verwaltungskosten verzeichneten einen Anstieg um 2,9 % auf 353 Mio. € (Vorjahr: 343 Mio. €), womit sich ein Verwaltungskostenanteil am Umsatz in Höhe von 2,7 % (Vorjahr: 2,4 %) ergab.
Aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich ein positiver Saldo in Höhe von 86 Mio. € (Vorjahr: 158 Mio. €). Darin enthalten waren Wertminderungen auf erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 42 Mio. €. Des Weiteren fiel das EBIT im Vorjahresvergleich niedriger aus, da im 4. Quartal 2024 ein positiver Einmaleffekt aus Versicherungserstattungen das Ergebnis um 55 Mio. € erhöht hatte. Dem stand ein höherer Gewinn aus der Veräußerung immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 19 Mio. € gegenüber.
Im Berichtsjahr ergaben sich im Rahmen des Transformationsprogramms „STRONG“ im Vergleich zum Vorjahr höhere Aufwendungen zur Umsetzung des Programms in Höhe von 149 Mio. €. Darin enthalten waren EBITDA-wirksame Aufwendungen in Höhe von 81 Mio. € im Zusammenhang mit der Schließung der gemeinsamen Produktionsanlage in Maasvlakte (Niederlande).
Die Force-majeure-Erklärung in Dormagen hatte einen negativen Effekt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich auf das EBIT. Demgegenüber wirkten sich geringere Rückstellungen für die variable Vergütung in Höhe von 108 Mio. € positiv auf das EBIT aus.
Das EBIT verringerte sich auf – 347 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €). Die EBIT-Marge sank auf – 2,7 % (Vorjahr: 0,6 %).
| Ermittlung des EBITDA | ||
|---|---|---|
| 2024 | 2025 | |
| in Mio. € | in Mio. € | |
| EBIT | 87 | – 347 |
| Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 984 | 1.087 |
| EBITDA | 1.071 | 740 |
Im Geschäftsjahr 2025 stiegen die Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen um 10,5 % auf 1.087 Mio. € (Vorjahr: 984 Mio. €); davon entfielen 974 Mio. € (Vorjahr: 882 Mio. €) auf Sachanlagen und 113 Mio. € (Vorjahr: 102 Mio. €) auf immaterielle Vermögenswerte. Ein wesentlicher Treiber für den Anstieg waren gestiegene Wertminderungen in Höhe von 226 Mio. € (Vorjahr: 142 Mio. €), wovon 204 Mio. € als Ergebnis von zentralen Werthaltigkeitsprüfungen erfasst wurden (Vorjahr: 106 Mio. €). Im Zusammenhang mit der Schließung der Produktionsanlage in Maasvlakte (Niederlande) standen Wertminderungen in Höhe von 17 Mio. € (Vorjahr: 59 Mio. €). Wertaufholungen fanden wie im Vorjahr keine statt.
Für weitere Informationen siehe Konzernanhang, Anhangangabe 13.3 „Werthaltigkeitsprüfungen“
Das EBITDA sank im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30,9 % auf 740 Mio. € (Vorjahr: 1.071 Mio. €). Dies war insbesondere auf den Rückgang des EBITDA im Segments Performance Materials um 34,1 % auf 375 Mio. € (Vorjahr: 569 Mio. €) zurückzuführen. Das EBITDA im Segment Solutions & Specialties sank um 8,0 % auf 681 Mio. € (Vorjahr: 740 Mio. €).
Im Geschäftsjahr betrug das Finanzergebnis – 145 Mio. € (Vorjahr: – 114 Mio. €), wovon das Zinsergebnis in Höhe von – 97 Mio. € (Vorjahr: – 89 Mio. €) ein wesentlicher Bestandteil ist. Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses sank das Ergebnis vor Ertragsteuern auf – 492 Mio. € (Vorjahr: – 27 Mio. €). Der Ertragsteueraufwand belief sich im Berichtsjahr auf 151 Mio. € (Vorjahr: 245 Mio. €). Dieser beinhaltet Wertberichtigungen auf latente Steuerforderungen auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 46 Mio. €). Ferner konnten im Geschäftsjahr latente Steuerforderungen auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen in Höhe von 232 Mio. € (Vorjahr: 176 Mio. €) nicht aktiviert werden. Nach Ertragsteuern und nicht beherrschenden Anteilen ergab sich ein Konzernergebnis in Höhe von – 644 Mio. € (Vorjahr: – 266 Mio. €).
| Ermittlung des ROCE über WACC | |||
|---|---|---|---|
| 2024 | 2025 | ||
| EBIT | in Mio. € | 87 | – 347 |
| Kalkulatorischer Steuersatz | in % | 25 | 25 |
| Kalkulatorische Ertragsteuern1 | in Mio. € | 22 | – 87 |
| Net Operating Profit after Taxes (NOPAT) | in Mio. € | 65 | – 260 |
| Durchschnittliches Capital Employed | in Mio. € | 9.370 | 9.102 |
| ROCE | in % | 0,7 | – 2,9 |
| Weighted Average Cost of Capital (WACC) | in % | 8,1 | 7,3 |
| ROCE über WACC | in %-Punkten | – 7,4 | – 10,2 |
1 Die kalkulatorischen Ertragsteuern zur Berechnung des NOPAT ergeben sich als Produkt aus der Multiplikation des EBIT mit dem kalkulatorischen Steuersatz.
Für den Covestro-Konzern ergab sich ein NOPAT in Höhe von – 260 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €) und ein durchschnittliches Capital Employed in Höhe von 9.102 Mio. € (Vorjahr: 9.370 Mio. €). Daraus resultierte ein ROCE in Höhe von – 2,9 % (Vorjahr: 0,7 %), der deutlich unter dem WACC in Höhe von 7,3 % (Vorjahr: 8,1 %) lag.
Für weitere Informationen zur Berechnung der Kennzahlen siehe „Steuerungssystem“
| Ermittlung des durchschnittlichen Capital Employed | |||
|---|---|---|---|
| 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 | |
| in Mio. € | in Mio. € | in Mio. € | |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 711 | 719 | 652 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 519 | 471 | 432 |
| Sachanlagen | 5.795 | 5.898 | 5.596 |
| Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen | 182 | 269 | 235 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte1 | 14 | 17 | 22 |
| Sonstige Forderungen2 | 501 | 523 | 487 |
| Aktive latente Steuern3 | 248 | 209 | 284 |
| Vorräte | 2.459 | 2.851 | 2.503 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.898 | 1.749 | 1.503 |
| Ertragsteuererstattungsansprüche | 102 | 92 | 67 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte4 | – | – | 8 |
| Brutto Capital Employed | 12.429 | 12.798 | 11.789 |
| Andere Rückstellungen5 | – 548 | – 599 | – 632 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten6 | – 114 | – 118 | – 113 |
| Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten7 | – 228 | – 247 | – 220 |
| Passive latente Steuern8 | – 251 | – 199 | – 225 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – 1.895 | – 2.101 | – 1.729 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | – 77 | – 110 | – 91 |
| Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten9 | – | – | – |
| Capital Employed | 9.316 | 9.424 | 8.779 |
| Durchschnittliches Capital Employed | 9.550 | 9.370 | 9.102 |
1 Sonstige finanzielle Vermögenswerte wurden um nichtoperative Vermögenswerte bereinigt.
2 Sonstige Forderungen wurden um nichtoperative Forderungen bereinigt.
3 Aktive latente Steuern wurden um erfolgsneutrale latente Steuern aus leistungsorientierten Pensionsplänen und ähnliche Verpflichtungen bereinigt.
4 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte wurden um nichtoperative und finanzielle Vermögenswerte bereinigt.
5 Andere Rückstellungen wurden um Rückstellungen für Zinszahlungen bereinigt.
6 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten wurden um nichtoperative Verbindlichkeiten bereinigt.
7 Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten wurden um nichtoperative Verbindlichkeiten bereinigt.
8 Passive latente Steuern wurden um erfolgsneutrale latente Steuerverbindlichkeiten aus leistungsorientierten Pensionsplänen und ähnliche Verpflichtungen bereinigt.
9 Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wurden um nichtoperative und finanzielle Verbindlichkeiten bereinigt.