| Kapitalflussrechnung (Kurzfassung) | ||||
|---|---|---|---|---|
| 4. Quartal 2024 |
4. Quartal 2025 |
2024 | 2025 | |
| in Mio. € | in Mio. € | in Mio. € | in Mio. € | |
| EBITDA | 191 | 91 | 1.071 | 740 |
| Gezahlte Ertragsteuern | – 66 | – 47 | – 219 | – 192 |
| Veränderung Pensionsrückstellungen | 74 | – 14 | 47 | – 26 |
| Gewinn aus dem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert | – | – 1 | – | – 12 |
| Gewinne (–) / Verluste (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | – 52 | – 30 | – 65 | – 76 |
| Veränderung Working Capital / sonstige nichtzahlungswirksame Vorgänge | 465 | 302 | 36 | 53 |
| Cashflows aus operativer Tätigkeit | 612 | 301 | 870 | 487 |
| Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | – 359 | – 214 | – 781 | – 770 |
| Free Operating Cash Flow | 253 | 87 | 89 | – 283 |
| Cashflows aus investiver Tätigkeit | – 111 | – 825 | – 423 | – 1.295 |
| Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | – 542 | 572 | – 565 | 968 |
| Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit | – 41 | 48 | – 118 | 160 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang | 539 | 604 | 625 | 509 |
| Veränderung aus Wechselkursänderungen | 11 | – 4 | 2 | – 21 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende | 509 | 648 | 509 | 648 |
Die Cashflows aus operativer Tätigkeit beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 487 Mio. € (Vorjahr: 870 Mio. €). Maßgeblich für diesen Rückgang war vor allem ein geringeres EBITDA. Gesunkene Cashflows aus operativer Tätigkeit führten trotz geringerer Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 770 Mio. € (Vorjahr: 781 Mio. €) insgesamt zu einer Verringerung des Free Operating Cash Flow auf – 283 Mio. € (Vorjahr: 89 Mio. €).
Für weitere Informationen zur Berechnung der Kennzahlen siehe „Steuerungssystem“
Im Geschäftsjahr 2025 flossen im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 1.295 Mio. € (Vorjahr: 423 Mio. €) ab. Dies war vor allem auf Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 770 Mio. € (Vorjahr: 781 Mio. €), Nettoauszahlungen für kurzfristige Bankeinlagen in Höhe von 546 Mio. € (Vorjahr: Nettoeinzahlungen in Höhe von 252 Mio. €) und Nettokäufe von Geldmarktfondsanteilen in Höhe von 100 Mio. € zurückzuführen. Gegenläufig wirkten sich insbesondere Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten in Höhe von 78 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €) aus, die im Wesentlichen auf den Verkauf von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 65 Mio. € entfielen.
| Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | ||
|---|---|---|
| 2024 | 2025 | |
| in Mio. € | in Mio. € | |
| Performance Materials | 496 | 496 |
| Solutions & Specialties | 254 | 232 |
| Sonstige / Überleitung | 31 | 42 |
| Covestro-Konzern | 781 | 770 |
In beiden Segmenten wurde im Geschäftsjahr 2025 in neue Kapazitäten, Instandhaltung sowie Optimierung bestehender Anlagen investiert. Im Segment Performance Materials wurde in neue Kapazitäten an dem Standorten Antwerpen (Belgien) und in Instandhaltung insbesondere an unserem Standort in Krefeld-Uerdingen investiert. Im Segment Solutions & Specialties erfolgten Investitionen in neue Kapazitäten, insbesondere an den Standort Newark (USA) und für den Bau des unternehmensweit größten Werks für thermoplastische Polyurethane (TPU) in Zhuhai (China), das zukünftig eine jährliche Kapazität von 120.000 t TPU pro Jahr erreichen soll.
Zu Informationen bezogen auf sonstige finanzielle Verpflichtungen siehe Anhangangabe 25. „Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen“
Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit verzeichnete der Covestro-Konzern im Geschäftsjahr 2025 Mittelzuflüsse in Höhe von 968 Mio. € (Vorjahr: Mittelabflüsse in Höhe von 565 Mio. €). Diese waren vor allem auf die im Dezember 2025 erfolgte Kapitalerhöhung in Höhe von 1.172 Mio. €, nach Abzug der Kosten der Eigenkapitalbeschaffung, zurückzuführen. Im Zuge der im Oktober 2024 zwischen der Covestro AG und XRG unterzeichneten Investitionsvereinbarung hatten der Vorstand und der Aufsichtsrat der Covestro AG beschlossen, dass bei Vollzug der Transaktion das Grundkapital der Gesellschaft um 10 % (18.900.000 Aktien) erhöht werden soll.
Weitere Mittelzuflüsse waren vor allem bedingt durch Einzahlungen aus kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 1.081 Mio. € in China, die Begebung von Commercial Papers im Rahmen des European Commercial Paper Programs (ECCP) in Höhe von 404 Mio. € sowie die Aufnahme eines Kredits der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 200 Mio. €.
Gegenläufig wirkten sich insbesondere Rückzahlungen der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 677 Mio. € in China und der Commercial Paper in Höhe von 443 Mio. € aus. Gleichzeitig resultierten Mittelabflüsse aus der Rückzahlung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 240 Mio. € sowie die Tilgung von Krediten der EIB in Höhe von 225 Mio. €. Daneben führte die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 161 Mio. € (Vorjahr: 155 Mio. €) und Zinsauszahlungen in Höhe von 132 Mio. € (Vorjahr: 150 Mio. €) zu weiteren Mittelabflüssen.
| 31.12.2024 | 31.12.2025 | |
| in Mio. € | in Mio. € | |
| Anleihen | 1.492 | 1.494 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 870 | 967 |
| Leasingverbindlichkeiten | 736 | 674 |
| Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften (bilanzierte Vermögenswerte / Verbindlichkeiten)1 | 17 | 5 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 41 | 1 |
| Forderungen aus Devisentermingeschäften (bilanzierte Vermögenswerte / Verbindlichkeiten)1 | – 6 | – 29 |
| Bruttofinanzverschuldung | 3.150 | 3.112 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – 509 | – 648 |
| Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | – 23 | – 668 |
| Nettofinanzverschuldung | 2.618 | 1.796 |
1 Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung
Die Bruttofinanzverschuldung des Covestro-Konzerns zum 31. Dezember 2025 sank im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um 38 Mio. € auf 3.112 Mio. € (Vorjahr: 3.150 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 62 Mio. € und der sonstigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 40 Mio. € zurückzuführen, die vor allem aus der im Abschnitt „Cashflow aus Finanzierungstätigkeit“ beschriebenen Begebung und Rückzahlung von Commercial Papers resultierten. Gegenläufig wirkte sich insbesondere eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 97 Mio. € aus.
Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um 139 Mio. € auf 648 Mio. €. Dieser Anstieg resultierte vor allem aus positiven Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 968 Mio. € sowie Cashflows aus operativer Tätigkeit in Höhe 487 Mio. €. Dagegen verringerten insbesondere Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 770 Mio. € und Nettoauszahlungen für kurzfristige Bankeinlagen in Höhe von 546 Mio. € den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Nettoauszahlungen für kurzfristige Bankeinlagen erfolgten vor allem im Zuge der zusätzlichen Liquidität, die aus der Kapitalerhöhung im Rahmen des Vollzugs der Übernahme durch XRG resultierte.
Die zuvor genannten Nettoauszahlungen für kurzfristige Bankeinlagen führten maßgeblich zu einer Erhöhung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte auf 668 Mio. €.
Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 somit um 822 Mio. € auf 1.796 Mio. € (Vorjahr: 2.618 Mio. €).
Wesentliche Aufgaben des Finanzmanagements sind die kontinuierliche Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die ständige Optimierung der Kapitalkosten sowie die Reduzierung der Risiken aus Finanzierungsmaßnahmen. Die finanzielle Steuerung des Covestro-Konzerns erfolgt zentral durch die Covestro AG.
Die Covestro AG verfügt über ein Anleihenrahmenprogramm („Debt Issuance Programme“) mit einem Gesamtvolumen von 5,0 Mrd. € und damit über die Möglichkeit einer flexiblen Finanzierung am Fremdkapitalmarkt. Durch das Programm ist die Covestro AG in der Lage, fest und variabel verzinsliche Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten zu begeben und auch Privatplatzierungen vorzunehmen. Im Rahmen des Anleihenrahmenprogramms wurden von der Covestro AG mehrere Anleihen erfolgreich platziert. Die im Juni 2020 platzierten Euro-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,0 Mrd. € sind festverzinsliche Anleihen mit einer Laufzeit bis Februar 2026 (Zinskupon 0,875 %, Volumen 500 Mio. €) und Juni 2030 (Zinskupon 1,375 %, Volumen 500 Mio. €). Alle ausstehenden Anleihen sind mit einem Baa2-Rating mit stabilem Ausblick durch die Agentur Moody’s Investors Service, London (Vereinigtes Königreich), bewertet.
Darüber hinaus veröffentlichte Covestro im Mai 2022 einen „Grünen Finanzierungsrahmen“ (Green Financing Framework). Dieser ermöglicht u. a. die Ausgabe von sogenannten grünen Anleihen (Green Bonds) oder anderen Schuldtiteln, deren Mittelverwendung an nachhaltige Investitionen gebunden ist, mit denen wir bspw. Produkte oder Projekte mit einem klaren Nutzen für die Umwelt (re-)finanzieren können. Die Übereinstimmung des Rahmenwerks mit den Green Bond Principles der International Capital Markets Association (ICMA) wurde durch die unabhängige ESG-Ratingagentur ISS ESG bestätigt. Im November 2022 wurde auf Basis des „Grünen Finanzierungsrahmens“ die erste grüne festverzinsliche Euro-Anleihe mit einer Laufzeit bis November 2028 (Zinskupon 4,75 %, Volumen 500 Mio. €) ausgegeben. Der gesamte Erlös aus der Anleihen-Emission wurde dazu genutzt, nachhaltige Projekte zu finanzieren, die auf die Kreislaufwirtschaft einzahlen und bspw. aus den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen stammen.
Für weitere Informationen siehe: www.covestro.com/de/investors/debt/bonds
Am 7. Oktober 2022 begab Covestro erstmals Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von ca. 650 Mio. € Gegenwert. Die Ausgabe erfolgte sowohl in US-Dollar als auch in Euro. Die Schuldscheindarlehen sind mit einem Rating in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG)-Rating verknüpft und wurden in Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren sowie fixen und variablen Verzinsungskomponenten emittiert. Im Oktober 2023 erfolgte eine vorzeitige Rückzahlung von Schuldscheindarlehen in Höhe von ca. 260 Mio. € Gegenwert, während im Oktober 2025 planmäßig Schuldscheindarlehen in Höhe von 240 Mio. € zurückgezahlt wurden.
Die Covestro AG schloss außerdem im Jahr 2020 eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 2,5 Mrd. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab. Diese enthielt zwei Optionen zur Laufzeitverlängerung um jeweils ein Jahr und stellt eine Back-up-Liquiditätsreserve dar. Eine Option zur Laufzeitverlängerung wurde im März 2021 genutzt, um die Laufzeit der syndizierten revolvierenden Kreditfazilität bis März 2026 zu verlängern. Mithilfe der zweiten der zwei vereinbarten Optionen wurde im März 2022 die Laufzeit um ein weiteres Jahr bis März 2027 verlängert. Ein Element der Kreditlinie ist die Verknüpfung mit einem ESG-Rating: Je besser (schlechter) der extern ermittelte sogenannte ESG-Score ausfällt, desto geringer (höher) fällt die Zinskomponente der Kreditfazilität aus. Zum 31. Dezember 2025 war die syndizierte Kreditfazilität ungenutzt.
Am 26. August 2022 legte Covestro zusätzlich ein Euro Commercial Paper Programme (ECPP) mit einem potenziellen Gesamtvolumen in Höhe von 1,5 Mrd. € auf, um flexibel Wertpapiere in verschiedenen Währungen und mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr begeben zu können. Im Rahmen des ECPP standen zum 31. Dezember 2025 keine Commercial Papers aus.
Am 28. April 2025 bestätigte die Agentur Moody’s Investors Service, London (Vereinigtes Königreich), das bisherige Investment-Grade-Rating der Kategorie Baa2 von Covestro mit stabilem Ausblick. Covestro beabsichtigt auch in Zukunft, Finanzierungstrukturen und Finanzkennzahlen aufrechtzuerhalten, die ein Rating im soliden Investment-Grade-Bereich unterstützen.
Der Covestro-Konzern verfolgt eine konservative und auf Flexibilität ausgerichtete Verschuldungspolitik mit einem ausgewogenen Finanzierungsportfolio. Dieses basiert im Kern auf Anleihen, syndizierten Kreditfazilitäten sowie bilateralen Kreditverträgen.
Als international tätiges Unternehmen ist Covestro finanziellen Chancen und Risiken ausgesetzt. Diese werden als Bestandteil des Finanzmanagements fortwährend überwacht. Zur Minimierung von Risiken werden u. a. derivative Finanzinstrumente eingesetzt.
Es erfolgt die Sicherung des Energiepreisrisikos von Strom und Erdgas an den deutschen Standorten von Covestro für eine Teilmenge des geplanten Strom- und Erdgasbedarfs mit einem rollierenden Zeithorizont von 18 Monaten im Voraus über derivative Finanzinstrumente. Die Sicherung des Energiepreisrisikos in Bezug auf Erdgas erfolgt auch für die Erdgaspreiskomponente im Preis für den Kauf von Kohlenmonoxid und Dampf durch die Covestro Deutschland AG. Identifizierbarkeit und Messbarkeit der Kohlenmonoxid- und Dampfrisikokomponente basieren auf der bestehenden jeweiligen vertraglichen Vereinbarung.
Für weitere Informationen siehe Konzernanhang Anhangangabe 24.2 „Finanzrisikomanagement und Angaben zu Derivaten“
Seit dem Geschäftsjahr 2025 sichert Covestro eine Teilmenge der geplanten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung über derivative Finanzinstrumente mit einem Absicherungshorizont von zwölf Monaten ab. Die Fremdwährungspositionen werden mittels eines Value-at-Risk-Ansatzes im Portfolioansatz gesteuert, wobei USD, INR und MXN die primären Risikowährungen darstellen. Die abgesicherten Grundgeschäfte umfassen hochwahrscheinliche prognostizierte Verkäufe und Einkäufe in Fremdwährung.
Für weitere Informationen siehe Konzernanhang Anhangangabe 24.2 „Finanzrisikomanagement und Angaben zu Derivaten“
Eine genauere Darstellung der finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken sowie Erläuterungen finden sich im Chancen- und Risikobericht von Covestro.
Für weitere Informationen siehe „Chancen- und Risikobericht“
Für weitere Informationen siehe Konzernanhang, Anhangangabe 24.2 „Finanzrisikomanagement und Angaben zu Derivaten“