19. Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen – Covestro Geschäftsbericht zum 26. Februar 2025

Für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurden im Falle von leistungsorientierten Versorgungszusagen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gebildet.

Die Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungszusagen wurde wie folgt bilanziert:

Bilanzausweis der Nettoverpflichtung
Pensionszusagen Andere Leistungszusagen Gesamt
31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 346 269 118 118 464 387
Inland 228 143 228 143
Ausland 118 126 118 118 236 244
Vermögenswerte aus überdotierten Pensionsplänen 66 72 66 72
Inland 66 71 66 71
Ausland 1 1
Nettoverpflichtung 280 197 118 118 398 315
Inland 162 72 162 72
Ausland 118 125 118 118 236 243

Die Aufwendungen für leistungsorientierte Pensionspläne sowie für andere Leistungszusagen enthielten die folgenden Bestandteile:

Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungszusagen
Pensionszusagen Andere
Leistungszusagen
Inland Ausland Gesamt Ausland
2023 2024 2023 2024 2023 2024 2023 2024
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Laufender Dienstzeitaufwand 46 50 11 11 57 61 2 2
Dienstzeitaufwand für frühere Jahre 6 12 6 12
Planabgeltungen – 1 – 1 – 1 – 1
Dienstzeitaufwand 52 62 10 10 62 72 2 2
Aufzinsungsaufwand aus Versorgungsansprüchen 107 104 21 19 128 123 6 6
Zinsertrag aus Planvermögen – 102 – 101 – 16 – 14 – 118 – 115
Nettozins 5 3 5 5 10 8 6 6
Gesamtaufwand 57 65 15 15 72 80 8 8

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2024 Gewinne aus Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen von 157 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Diese resultieren im Wesentlichen aus versicherungsmathematischen Gewinnen aufgrund gestiegener Abzinsungssätze und beziehen sich mit 152 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) auf Pensionsverpflichtungen und mit 5 Mio. € (Vorjahr: -⁠8 Mio. €) auf andere Leistungszusagen.

Die Entwicklung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen stellte sich wie folgt dar:

Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen
2023 2024
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
01.01. 2.931 614 3.545 3.194 596 3.790
Laufender Dienstzeitaufwand 46 13 59 50 13 63
Dienstzeitaufwand für
frühere Jahre
6 6 12 12
Gewinne (–) / Verluste (+)
aus Planabgeltung
– 1 – 1 – 1 – 1
Aufzinsungsaufwand aus Versorgungsansprüchen 107 27 134 104 25 129
Versicherungsmathematische
Gewinne (–) / Verluste (+)
166 19 185 – 107 – 14 – 121
aufgrund veränderter finanzieller Parameter 137 18 155 – 97 – 27 – 124
aufgrund veränderter demografischer Parameter 8 8 4 4
aufgrund von Erwartungsanpassungen 29 – 7 22 – 10 9 – 1
Arbeitnehmerbeiträge 16 1 17 18 1 19
Zahlungen für Planabgeltung – 7 – 7 – 22 – 22
Gezahlte Versorgungsleistungen
aus dem Planvermögen
– 36 – 42 – 78 – 84 – 36 – 120
Gezahlte Versorgungsleistungen
vom Unternehmen
– 42 – 15 – 57 – 5 – 18 – 23
Währungsänderungen – 13 – 13 22 22
31.12. 3.194 596 3.790 3.182 566 3.748
davon andere Leistungszusagen 121 121 122 122
Entwicklung des Planvermögens, zum beizulegenden Zeitwert bewertet
2023 2024
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
01.01. 2.751 379 3.130 3.047 362 3.409
Zinsertrag aus Planvermögen 102 16 118 101 14 115
Erträge (+) / Aufwendungen (–)
aus Planvermögen ohne
bereits als Zinsergebnis
erfasste Beträge
182 14 196 55 – 13 42
Arbeitgeberbeiträge1 33 8 41 – 5 9 4
Arbeitnehmerbeiträge 16 1 17 18 1 19
Zahlungen für Planabgeltung – 7 – 7 – 22 – 22
Gezahlte Versorgungsleistungen
aus dem Planvermögen
– 36 – 42 – 78 – 84 – 36 – 120
Gezahlte Planverwaltungskosten
aus dem Planvermögen
– 1 – 1 – 1 – 1
Währungsänderungen – 7 – 7 10 10
31.12. 3.047 362 3.409 3.131 325 3.456
davon andere Leistungszusagen 3 3 4 4

1 Arbeitgeberbeiträge können Rückerstattungen gezahlter Versorgungsleistungen für vorausgegangene Geschäftsjahre enthalten.

Entwicklung der Auswirkung der Vermögensobergrenze
2023 2024
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
01.01. 14 1 15 15 2 17
Nettozins
Neubewertung der
Veränderung der Ansatz-
obergrenze für Planvermögen
1 1 2 6 6
Währungsänderungen
31.12. 15 2 17 21 2 23
davon andere Leistungszusagen
Entwicklung der bilanzierten Nettoverpflichtung
2023 2024
Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
01.01. 194 236 430 162 236 398
Laufender Dienstzeitaufwand 46 13 59 50 13 63
Dienstzeitaufwand für
frühere Jahre
6 6 12 12
Gewinne (–) / Verluste (+)
aus Planabgeltung
– 1 – 1 – 1 – 1
Nettozins 5 11 16 3 11 14
Versicherungsmathematische
Gewinne (–) / Verluste (+)
166 19 185 – 107 – 14 – 121
Erträge (–) / Aufwendungen (+) aus Planvermögen ohne bereits als Zinsergebnis erfasste Beträge – 182 – 14 – 196 – 55 13 – 42
Neubewertung der Veränderung der Ansatzobergrenze für Planvermögen 1 1 2 6 6
Arbeitgeberbeiträge1 – 33 – 8 – 41 5 – 9 – 4
Arbeitnehmerbeiträge
Zahlungen für Planabgeltung
Gezahlte Versorgungsleistungen
aus dem Planvermögen
Gezahlte Versorgungsleistungen
vom Unternehmen
– 42 – 15 – 57 – 5 – 18 – 23
Gezahlte Planverwaltungskosten
aus dem Planvermögen
1 1 1 1
Währungsänderungen – 6 – 6 12 12
31.12. 162 236 398 72 243 315
davon andere Leistungszusagen 118 118 118 118

1 Arbeitgeberbeiträge können Rückerstattungen gezahlter Versorgungsleistungen für vorausgegangene Geschäftsjahre enthalten.

Die Versorgungsverpflichtungen entfielen im Wesentlichen auf Deutschland (85 %; Vorjahr: 84 %) und die USA (11 %; Vorjahr: 11 %). Die Ansprüche aus den Versorgungsplänen bestanden in Deutschland zu rund 46 % (Vorjahr: rund 48 %) gegenüber aktiven Mitarbeitenden, zu rund 48 % (Vorjahr: rund 46 %) gegenüber Pensionierten und Hinterbliebenen sowie zu rund 6 % (Vorjahr: rund 6 %) gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitenden mit unverfallbaren Ansprüchen. In den USA entfielen rund 31 % (Vorjahr: rund 32 %) der Versorgungsverpflichtungen auf aktive Mitarbeitende, rund 64 % (Vorjahr: rund 63 %) auf Pensionierte und Hinterbliebene sowie rund 5 % (Vorjahr: rund 5 %) auf ausgeschiedene Mitarbeitende mit unverfallbaren Ansprüchen.

Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen, die sich auf Pensionsverpflichtungen beziehen, beliefen sich auf 157 Mio. € (Vorjahr: 314 Mio. € Aufwand). Auf andere Leistungszusagen entfielen weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Erträge aus dem Planvermögen.

Der Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen für Pensionen und der anderen Leistungszusagen sowie der Deckungsstatus der fondsfinanzierten Verpflichtungen werden in der folgenden Tabelle dargestellt:

Anwartschaftsbarwert und Deckungsstatus
Pensionszusagen Andere
Leistungszusagen
Gesamt
2023 2024 2023 2024 2023 2024
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Anwartschaftsbarwert der
Versorgungszusagen
3.669 3.626 121 122 3.790 3.748
Rückstellungsfinanziert 94 96 116 116 210 212
Fondsfinanziert 3.575 3.530 5 6 3.580 3.536
Deckungsstatus der fonds-
finanzierten Zusagen
Vermögensüberdeckung 83 95 83 95
Vermögensunterdeckung 252 173 2 2 254 175

Pensionszusagen und andere Leistungszusagen

Für die meisten Mitarbeitenden wird für die Zeit nach der Pensionierung durch den Covestro-Konzern direkt oder durch Beitragszahlungen an private und öffentliche Einrichtungen Vorsorge getroffen. Die Leistungen variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Lands und basieren in der Regel auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeitenden. Die Verpflichtungen umfassen sowohl solche aus bereits laufenden Pensionen als auch solche aus Anwartschaften auf künftig zu zahlende Pensionen.

Es bestehen für die Mitarbeitenden in verschiedenen Ländern fondsfinanzierte Versorgungspläne. Für Pensionspläne mit Leistungsgarantien innerhalb des Covestro-Konzerns wird grundsätzlich jeweils unter Berücksichtigung der Risikostruktur der Verpflichtungen (insbesondere Demografie, aktueller Ausfinanzierungsgrad, Struktur der erwarteten zukünftigen Cashflows, Zinssensitivität, biometrische Risiken etc.), der regulatorischen Rahmenbedingungen und der allgemein vorhandenen Risikotoleranz bzw. Risikotragfähigkeit eine individuelle Kapitalanlagestrategie abgeleitet. Hierauf basierend wird vor dem Hintergrund der jeweiligen Kapitalmarktentwicklung ein risikoadäquates strategisches Zielportfolio entwickelt. Dabei sind Risikostreuung, Portfolioeffizienz und ein angemessenes Chancen-Risiken-Verhältnis (sowohl landesspezifisch als auch im weltweiten Zusammenhang), das insbesondere die Zahlung sämtlicher zukünftiger Versorgungsleistungen als zentrales Kriterium berücksichtigt, relevante Determinanten der verwendeten Anlagestrategien. Da die Ableitung der Kapitalanlagestrategie für jeden Pensionsplan grundsätzlich jeweils unter Berücksichtigung der oben genannten individuellen Rahmenbedingungen durchgeführt wird, können Anlagestrategien für unterschiedliche Pensionspläne erheblich voneinander abweichen. Die Kapitalanlagestrategien sind allgemein weniger an einer absoluten Renditemaximierung ausgerichtet als vielmehr daran, dass die zugesagten Verpflichtungen in langfristiger Perspektive mit hinreichender Wahrscheinlichkeit finanziert werden können. Für das Planvermögen werden mithilfe von Risikomanagementsystemen Stressszenarien simuliert sowie weitere Risikoanalysen (z. B. Value at Risk) durchgeführt.

Neben den an den Verpflichtungen ausgerichteten Kapitalanlagestrategien stellen Ausfinanzierungsmaßnahmen in Form von regelmäßigen oder auch außerordentlichen Dotierungen ein wirksames und risikoreduzierendes Instrument dar. So werden unter Berücksichtigung von landesspezifischen, regulatorischen Vorgaben sowie Liquiditätsaspekten potenzielle Ausfinanzierungsmaßnahmen entschieden. Kommt es zu einer außerordentlichen Dotierung, steigt der Ausfinanzierungsgrad unter Umständen signifikant an und reduziert dadurch die Volatilität der bilanzierten Nettoverpflichtungen. So kann in diesem Zusammenhang das Ausmaß des Planvermögens, das sich an der Verpflichtungsstruktur ausrichtet, weiter ausgebaut werden. Zudem sinkt die zukünftige Belastung der Cashflows aus operativer Tätigkeit aufgrund des Anstiegs des Planvermögens, das zur Bedienung von Rentenzahlungen zur Verfügung steht.

Einen bedeutenden Versorgungsplan für Covestro stellt die Bayer-Pensionskasse VVaG, Leverkusen (Bayer-Pensionskasse), dar. Sie ist für Neueintritte seit dem 1. Januar 2005 geschlossen. Die rechtlich selbständige Bayer-Pensionskasse ist ein Lebensversicherungsunternehmen und unterliegt daher dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Die zugesagten Leistungen, die über die Bayer-Pensionskasse abgedeckt sind, umfassen Altersrenten, Hinterbliebenenversorgung und Invalidenrenten. Ihre Finanzierung erfolgt über Beiträge der aktiven Mitglieder und über Beiträge von deren Arbeitgebern. Der Firmenbeitrag wird jeweils festgesetzt als fester Prozentsatz bezogen auf den Mitarbeitendenbeitrag. Er ist für alle beteiligten Arbeitgeber gleich und wird unter Berücksichtigung überrechnungsmäßiger Erträge aus Kapitalanlagen und Risikoverlauf auf Vorschlag des verantwortlichen Aktuars im Benehmen mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Kasse festgesetzt. Die Bayer AG, Leverkusen, kann auf Vorschlag des verantwortlichen Aktuars sowie im Benehmen mit Vorstand und Aufsichtsrat der Kasse den Firmenbeitrag anpassen. Hinsichtlich der Haftung gilt aufgrund von § 1 Absatz 1 Satz 3 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) für deutsche Pensionskassen allgemein: Wenn die Pensionskasse von ihrem satzungsgemäßen Recht zur Leistungskürzung Gebrauch macht, so haftet jeder Arbeitgeber für die sich aufgrund der Leistungskürzung ergebende Differenz. Covestro haftet nicht für Verpflichtungen anderer Mitgliedsunternehmen. Dies gilt auch beim Austritt eines Mitgliedsunternehmens aus der Pensionskasse.

Für den Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2020 wurden Pensionszusagen über die Rheinische Pensionskasse VVaG, Leverkusen, (Rheinische Pensionskasse), gewährt. Sie ist für Neueintritte seit dem 1. Januar 2021 geschlossen. Die zukünftigen Pensionszahlungen orientieren sich bei diesen Zusagen u. a. an den geleisteten Beitragszahlungen und den erwirtschafteten Renditen unter Berücksichtigung einer Garantieverzinsung.

Die über die Bayer- bzw. die Rheinische Pensionskasse zugesagten Verpflichtungen sind als gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber (Multi-Employer-Plan) im Sinne von IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) einzuordnen. Ein charakteristisches Merkmal von gemeinschaftlichen Plänen mehrerer Arbeitgeber ist, dass Vermögenswerte von verschiedenen, nicht einer gemeinschaftlichen Beherrschung unterliegenden Arbeitgebern auf Ebene des Plans zusammengeführt und zur gemeinschaftlichen Gewährung von Pensionsleistungen an Arbeitnehmer verwendet werden. Abrechnungsverbände, die eine exakte Aufteilung des von der Pensionskasse verwalteten Planvermögens auf einzelne Arbeitgeber ermöglichen würden, existieren hierbei häufig – wie auch im Falle der Bayer- bzw. der Rheinischen Pensionskasse – nicht. Covestro wendet daher ein sachgerechtes Schätzverfahren an, um den rechnerischen Anteil am Planvermögen der Pensionskassen zu bestimmen.

Seit dem 1. Januar 2021 werden Pensionszusagen für Neueintritte gemäß dem „Pensionsplan2021“ gewährt. Dabei handelt es sich um eine kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung. Die Beitragszahlungen werden auf individueller Ebene der Mitarbeitenden in ein altersabhängiges Kapitalanlagemodell investiert. Die zukünftigen Pensionszahlungen ermitteln sich aus den geleisteten Beitragszahlungen und den erwirtschafteten Renditen. Die Anwartschaften werden vom Metzler Trust e. V., Frankfurt a. M., (Metzler Trust) verwaltet. Mitarbeitende, die vor dem 1. Januar 2021 bei Covestro beschäftigt waren und Anwartschaften auf eine Altersversorgung über die Rheinische Pensionskasse erworben haben, waren bis Anfang 2024 berechtigt, in den „Pensionsplan2021“ zu wechseln.

Der Metzler Trust wird über den „Pensionsplan2021“ hinaus als Versorgungsvehikel genutzt. Er deckt weitere Versorgungskomponenten der deutschen Mitarbeitenden des Covestro-Konzerns ab, wie z. B. Ansprüche aus Entgeltumwandlung, Pensionsverpflichtungen und Teile anderer Direktzusagen. Der Metzler Trust deckt den größten Anteil der ausfinanzierten Versorgungszusagen in Deutschland ab. In diesem Zusammenhang sind ca. 40 % (Vorjahr: ca. 28 %) des Anlagevolumens mit Kriterien in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG) versehen.

Die leistungsorientierten Pensionspläne in den USA sind seit Jahren eingefroren; es können keine nennenswerten Neuansprüche mehr erworben werden. Das allen US-amerikanischen Pensionsplänen zugrunde liegende Vermögen wird aus Gründen der Effizienz in einer „Master-Trust-Konstruktion“ gehalten. Die geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen basieren auf dem Employee Retirement Income Security Act (ERISA). Die versicherungsmathematischen Risiken wie Anlagerisiko, Zinsrisiko und Langlebigkeitsrisiko verbleiben beim Unternehmen.

Im Ausland betreffen die anderen Leistungszusagen im Wesentlichen Unterstützungsleistungen zur medizinischen Versorgung von Pensionierten in den USA.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens zur Deckung der Pensionsverpflichtungen sowie der anderen Leistungszusagen setzte sich wie folgt zusammen:

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember
Inland Ausland Gesamt
2023 2024 2023 2024 2023 2024
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Planvermögen auf Basis öffentlich notierter Marktpreise
Immobilien und Immobilienfonds 6 6
Aktien und Aktienfonds 229 191 39 29 268 220
Kündbare Schuldtitel 8 8
Nichtkündbare Schuldtitel 1.072 1.061 36 29 1.108 1.090
Rentenfonds 323 336 159 147 482 483
Zahlungsmittel und Zahlungs-
mitteläquivalente
230 275 7 12 237 287
Sonstige 1 1
1.854 1.863 256 217 2.110 2.080
Planvermögen, für das
keine öffentlich notierten
Marktpreise vorliegen
Immobilien und Immobilienfonds 300 314 300 314
Aktien und Aktienfonds 127 156 127 156
Kündbare Schuldtitel 300 343 300 343
Nichtkündbare Schuldtitel 261 268 261 268
Derivative Finanzinstrumente 27 23 27 23
Sonstige 178 164 106 108 284 272
1.193 1.268 106 108 1.299 1.376
Planvermögen 3.047 3.131 362 325 3.409 3.456
davon andere Leistungszusagen 3 4 3 4

Im beizulegenden Zeitwert des inländischen Planvermögens waren keine von Konzerngesellschaften gemieteten Immobilien enthalten. Ebenso waren keine über Fonds gehaltenen Covestro-Aktien bzw. Anleihen enthalten. Unter dem sonstigen Planvermögen sind begebene Baudarlehen, sonstige Forderungen und qualifizierte Versicherungspolicen ausgewiesen.

Risiken

Die Risiken aus leistungsorientierten Versorgungszusagen entstehen zum einen aus den leistungsorientierten Verpflichtungen und zum anderen aus der Kapitalanlage in Planvermögen. Aus diesen Risiken können sich höhere direkte Rentenzahlungen an die Berechtigten und zusätzliche Einzahlungserfordernisse in das Planvermögen ergeben, um laufenden und künftigen Pensionsverpflichtungen nachkommen zu können.

Demografische / Biometrische Risiken

Da ein großer Teil der leistungsorientierten Versorgungszusagen lebenslange Versorgungsleistungen sowie Hinterbliebenenrenten umfasst, können frühere Inanspruchnahmen oder längere Versorgungszeiträume zu höheren Versorgungsverpflichtungen, höheren Versorgungsaufwendungen und höheren Rentenzahlungen als bisher erwartet führen.

Anlagerisiko

Sollten die tatsächlichen Planerträge niedriger sein als die auf Basis des Abzinsungssatzes angenommenen Planerträge, würde sich die Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen ceteris paribus erhöhen. Dies könnte etwa von einem Sinken der Aktienkurse, Marktzinssteigerungen, Zahlungsausfällen bei einzelnen Schuldnern oder dem Erwerb risikoarmer, aber niedrig verzinslicher Anleihen herrühren.

Zinsrisiko

Sinkende Kapitalmarktzinssätze, insbesondere bei Zinssätzen für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen, hätten eine Erhöhung der Verpflichtungen zur Folge. Dies würde jedoch zumindest anteilig durch die im Gegenzug steigenden beizulegenden Zeitwerte der im Planvermögen gehaltenen Schuldtitel kompensiert.

Bewertungsparameter und deren Sensitivitäten

Das Anleihenportfolio besteht ausschließlich aus qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen mit einem Rating von mindestens AA oder AAA. Das Portfolio berücksichtigt keine staatlich garantierten oder abgesicherten Anleihen. Die folgenden gewichteten Parameter wurden zur Bewertung der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres sowie zur Bewertung des Versorgungsaufwands im jeweiligen Berichtsjahr zugrunde gelegt:

Parameter zur Bewertung der Versorgungsverpflichtungen
Inland Ausland Gesamt
2023 2024 2023 2024 2023 2024
in % in % in % in % in % in %
Pensionszusagen
Abzinsungssatz 3,30 3,50 4,45 4,85 3,45 3,65
Erwartete Lohn-/
Gehaltsentwicklung
3,00 3,00 3,65 3,60 3,10 3,05
Erwartete Rentenentwicklung 2,00 2,00 3,15 3,15 2,15 2,15
Andere Leistungszusagen
Abzinsungssatz 4,90 5,55 4,90 5,55

In Deutschland wurden hinsichtlich der Sterblichkeit die Heubeck-Richttafeln 2018 G und in den USA die MP-2021 Mortality Tables zugrunde gelegt. Die Parameter zur Bewertung des Versorgungsaufwands entsprechen den Bewertungsparametern der Versorgungsverpflichtung zum letzten Jahresabschluss.

Die Parametersensitivitäten wurden, basierend auf einer detaillierten Bewertung analog der Ermittlung der Nettoverpflichtung, durch sachverständige Aktuare berechnet. Eine Änderung der einzelnen Parameter um 0,5 %-Punkte bzw. der Sterbewahrscheinlichkeit jedes einzelnen Berechtigten um 10 % hätte bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen folgende Auswirkungen auf die Versorgungsverpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 2024:

Sensitivitätsanalyse für die Versorgungsverpflichtungen
Inland Ausland Gesamt
Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Pensionszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes
um 0,5 %-Punkte
– 227 256 – 17 18 – 244 274
Änderung der erwarteten
Lohn-/Gehaltsentwicklung
um 0,5 %-Punkte
11 – 10 2 – 2 13 – 12
Änderung der erwarteten
Rentenentwicklung
um 0,5 %-Punkte
153 – 139 153 – 139
Änderung der Sterbe-
wahrscheinlichkeit um 10 %
– 78 87 – 7 8 – 85 95
Andere Leistungszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes
um 0,5 %-Punkte
– 5 6 – 5 6
Änderung der Sterbe-
wahrscheinlichkeit um 10 %
– 2 3 – 2 3
Sensitivitätsanalyse für die Versorgungsverpflichtungen (Vorjahr)
Inland Ausland Gesamt
Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme Zunahme Abnahme
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Pensionszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes
um 0,5 %-Punkte
– 240 271 – 18 20 – 258 291
Änderung der erwarteten
Lohn-/Gehaltsentwicklung
um 0,5 %-Punkte
12 – 12 2 – 2 14 – 14
Änderung der erwarteten
Rentenentwicklung
um 0,5 %-Punkte
159 – 145 1 160 – 145
Änderung der Sterbe-
wahrscheinlichkeit um 10 %
– 80 89 – 8 8 – 88 97
Andere Leistungszusagen
Änderung des Abzinsungssatzes
um 0,5 %-Punkte
– 6 6 – 6 6
Änderung der Sterbe-
wahrscheinlichkeit um 10 %
– 2 3 – 2 3

Wegen ihres Versorgungscharakters werden insbesondere die Verpflichtungen der Covestro LLC, Pittsburgh, Pennsylvania (USA), für die Krankheitskosten der Mitarbeitenden nach deren Eintritt in den Ruhestand ebenfalls unter den pensionsähnlichen Verpflichtungen ausgewiesen. Für die Krankheitskosten wurde dabei eine Kostensteigerungsrate von 7 % (Vorjahr: 7 %) unterstellt, die sich bis zum Jahr 2034 schrittweise auf 5 % (Vorjahr: 5 %) reduziert. Eine Änderung der zugrunde gelegten Kostensteigerungsraten der Krankheitskosten um einen Prozentpunkt hätte folgende Auswirkungen:

Sensitivitätsanalyse für die Krankheitskosten
2023 2024
Zunahme
um 1 %-Punkt
Abnahme
um 1 %-Punkt
Zunahme
um 1 %-Punkt
Abnahme
um 1 %-Punkt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Auswirkungen auf die anderen Versorgungsverpflichtungen 7 – 6 6 – 6

Geleistete und erwartete Arbeitgeberbeiträge

Folgende Auszahlungen bzw. Übertragungen entsprechen den getätigten bzw. erwarteten Arbeitgeberbeiträgen für fondsfinanzierte Versorgungspläne:

Geleistete und erwartete Arbeitgeberbeiträge
Inland Ausland
2023 2024 erwartet 2024 2025
erwartet
2023 2024 erwartet 2024 2025
erwartet
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Pensionszusagen 33 35 – 5 37 7 6 8 8
Andere Leistungszusagen 1 1
Gesamt 33 35 – 5 37 8 6 9 8

Die im Geschäftsjahr 2024 gezahlten Arbeitgeberbeiträge enthalten Rückerstattungen gezahlter Versorgungsleistungen für vorausgegangene Geschäftsjahre.

Die zukünftig zu zahlenden Versorgungsleistungen für fondsfinanzierte und rückstellungsfinanzierte Versorgungspläne werden wie folgt geschätzt:

Zukünftige Zahlungen für Versorgungsleistungen
Auszahlung aus Planvermögen Auszahlung vom Unternehmen
Pensionen Andere
Leistungs-
zusagen
Pensionen Andere
Leistungs-
zusagen
Inland Ausland Ausland Gesamt Inland Ausland Ausland Gesamt
in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
2025 48 39 87 59 8 9 76
2026 51 32 1 84 59 7 9 75
2027 55 38 93 62 7 9 78
2028 58 39 1 98 65 7 9 81
2029 62 37 99 68 7 9 84
2030– 2034 357 152 3 512 383 35 47 465

In Deutschland beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungszusagen für Pensionen 16,1 Jahre (Vorjahr: 16,8 Jahre) und im Ausland 8,6 Jahre (Vorjahr: 8,4 Jahre). Für die ausländischen anderen Leistungszusagen liegt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit bei 9,5 Jahren (Vorjahr: 9,6 Jahre).