Die Covestro AG ist Mutterunternehmen und strategische Managementholding des Covestro-Konzerns. Die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens liegen in der Verantwortung des Vorstands. Hierzu gehören vor allem die Festlegung der Konzernstrategie und der Ressourcenverteilung sowie das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Covestro AG wird im Wesentlichen durch den geschäftlichen Erfolg der Beteiligungsgesellschaften bestimmt.
Der Jahresabschluss der Covestro AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gesellschaft mit Sitz in Leverkusen ist unter der Nummer HRB 85281 in das Handelsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen.
Die Covestro AG erbringt energiespezifische Dienstleistungen für die Covestro Brunsbüttel Energie GmbH, Brunsbüttel, (verbundener Strom- und Gasnetzbetreiber) und erstellt daher gemäß § 6b Absatz 3 Satz 1 Nr. 2 und 4 EnWG Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung.
Zwischen der Covestro Deutschland AG, Leverkusen, und der Covestro AG besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum Jahresende vollständig an die Covestro AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrags gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen der Covestro AG aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Darüber hinaus wurde am 27. Februar 2024 ein weiterer Gewinnabführungsvertrag zwischen der Covestro First Real Estate GmbH, Leverkusen, und der Covestro AG abgeschlossen. Dieser wurde am 31. Mai 2024 im Handelsregister eingetragen und gilt rückwirkend für das Geschäftsjahr 2024. Die vertraglichen Vereinbarungen sind identisch zu dem bereits bestehenden Vertrag mit der Covestro Deutschland AG.
Gewinn- und Verlustrechnung Covestro AG nach HGB | ||
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2023 | 2024 | |
in Mio. € | in Mio. € | |
Beteiligungsergebnis | – 70 | – 28 |
Zinsergebnis | 107 | 108 |
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge | – 5 | – 5 |
Umsatzerlöse | 26 | 22 |
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | – 22 | – 22 |
Allgemeine Verwaltungskosten | – 87 | – 103 |
Sonstige betriebliche Erträge | – | 2 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | – 2 | – 1 |
Ergebnis der Geschäftstätigkeit / Ergebnis vor Ertragsteuern | – 53 | – 27 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | – 71 | – 28 |
Jahresfehlbetrag | – 124 | – 55 |
Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr | – | – 124 |
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen | – | – |
Bilanzverlust | – 124 | – 179 |
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die Covestro AG einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 55 Mio. € (Vorjahr: 124 Mio. €). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus dem Beteiligungsergebnis in Höhe von – 28 Mio. € (Vorjahr: – 70 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis beinhaltete die Verlustübernahme aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Covestro Deutschland AG in Höhe von – 78 Mio. €, die teilweise durch Gewinne aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Covestro First Real Estate GmbH in Höhe von 50 Mio. € kompensiert wurde.
Das Zinsergebnis enthielt neben den Aufwendungen für die ausgegebenen Euro-Anleihen in Höhe von 41 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €) vor allem Zinserträge in Höhe von 178 Mio. € (Vorjahr: 176 Mio. €) für Darlehen, die der Covestro Deutschland AG gewährt wurden. Auf externe Darlehensverbindlichkeiten entfielen im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 28 Mio. € (Vorjahr: 31 Mio. €). Unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen waren im Wesentlichen Bankgebühren in Höhe von 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) ausgewiesen. Dazu gehörten Bereitstellungsgebühren für Kreditlinien, die ratierliche Auflösung des Disagios der ausgegebenen Anleihen sowie einmalige Gebühren im Rahmen der Aufnahme eines Darlehens.
Bei den allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von 103 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €) handelte es sich vor allem um Personalaufwendungen für die in der Konzern-Holding angestellten Mitarbeitenden sowie für die Mitglieder des Vorstands. Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2024 war im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen für Beratungsleistungen zurückzuführen. Dem standen reduzierte Aufwendungen für die kurzfristige variable Vergütung gegenüber.
Bei einem Ergebnis der Geschäftstätigkeit in Höhe von – 27 Mio. € (Vorjahr: – 53 Mio. €) fielen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von – 28 Mio. € (Vorjahr: – 71 Mio. €) an. Daraus ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 55 Mio. € (Vorjahr: 124 Mio. €), der zusammen mit dem Verlustvortrag des Vorjahres den Bilanzverlust des Berichtsjahres darstellt. Dieser wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Für das Geschäftsjahr 2024 wurde gemäß der Prognose aus dem Geschäftsbericht 2023 ein Jahresfehlbetrag erwartet, der deutlich höher ausfällt als im Vorjahr. Mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 55 Mio. € für das Geschäftsjahr 2024 verlief die Geschäftsentwicklung hingegen deutlich besser als im Rahmen der Prognose erwartet. Dies war vor allem auf ein besseres Beteiligungsergebnis sowie geringere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurückzuführen. Die Verbesserung des Beteiligungsergebnisses resultierte insbesondere aus Erträgen aus dem im Jahr 2024 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Covestro First Real Estate GmbH.
Bilanz Covestro AG nach HGB | ||
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31.12.2023 | 31.12.2024 | |
in Mio. € | in Mio. € | |
AKTIVA | ||
Anlagevermögen | 1.830 | 1.830 |
Sachanlagen | – | – |
Finanzanlagen | 1.830 | 1.830 |
Umlaufvermögen | 4.953 | 4.668 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 38 | 1 |
Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 4.858 | 4.591 |
Sonstige Vermögensgegenstände | 57 | 76 |
Rechnungsabgrenzungsposten | 10 | 8 |
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 1 | 2 |
Gesamtvermögen | 6.794 | 6.508 |
PASSIVA | ||
Eigenkapital | 3.939 | 3.884 |
Gezeichnetes Kapital | 189 | 189 |
Eigene Anteile | – | – |
Ausgegebenes Kapital | 189 | 189 |
Kapitalrücklage | 3.757 | 3.757 |
Andere Gewinnrücklagen | 117 | 117 |
Bilanzverlust | – 124 | – 179 |
Rückstellungen | 97 | 145 |
Rückstellungen für Pensionen | 21 | 24 |
Steuerrückstellungen | 34 | 50 |
Sonstige Rückstellungen | 42 | 71 |
Verbindlichkeiten | 2.758 | 2.479 |
Anleihen | 2.000 | 1.500 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 621 | 821 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 11 | 23 |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 109 | 81 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 17 | 54 |
Gesamtkapital | 6.794 | 6.508 |
Zum 31. Dezember 2024 belief sich das Gesamtvermögen der Covestro AG auf 6.508 Mio. € (Vorjahr: 6.794 Mio. €). Die Finanz- und Vermögenssituation der Covestro AG war aufgrund ihrer Holdingfunktion maßgeblich durch das Management von Beteiligungen sowie die Finanzierung der Konzernaktivitäten geprägt. Dies drückte sich vor allem in der Höhe der Finanzanlagen (28,1 % des Gesamtvermögens), der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (70,5 % des Gesamtvermögens) und der Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich um 267 Mio. € auf 4.591 Mio. € (Vorjahr: 4.858 Mio. €). Die Entwicklung war im Wesentlichen auf ein niedrigeres Intercompany-Darlehen zugunsten der Covestro Deutschland AG zurückzuführen, dem stand eine Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegen die Covestro First Real Estate GmbH gegenüber.
Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände hatten eine Laufzeit von unter einem Jahr.
Die Sachanlagen waren von untergeordneter Bedeutung. Ebenso waren die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit 1 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) sowie die Rechnungsabgrenzungsposten mit 8 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) für das Gesamtvermögen unwesentlich. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 76 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €) enthielten insbesondere Forderungen aus Ertrag- und Umsatzsteuern.
Die Covestro AG war in Höhe von 3.884 Mio. € (Vorjahr: 3.939 Mio. €) durch Eigenkapital finanziert. Dies entsprach einer Eigenkapitalquote von 59,7 % (Vorjahr: 58,0 %). Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage waren im Geschäftsjahr 2024 unverändert. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 55 Mio. € wirkte sich eigenkapitalmindernd aus.
Dem Eigenkapital standen Rückstellungen in Höhe von 145 Mio. € (Vorjahr: 97 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 2. Mio. € (Vorjahr: 2.758 Mio. €) gegenüber.
Die Rückstellungen setzten sich aus Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 24 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €), Steuerrückstellungen in Höhe von 50 Mio. € (Vorjahr: 34 Mio. €) und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 71 Mio. € (Vorjahr: 42 Mio. €) zusammen. Der Anstieg der Steuerrückstellungen resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung der Vorsorgerückstellungen. Die gestiegenen sonstigen Rückstellungen beinhalteten die im Vergleich zum Vorjahr höheren Rückstellungen für die langfristige variable Vergütung sowie Rückstellungen für Beratungsleistungen.
Die Reduzierung der Verbindlichkeiten war im Wesentlich zurückzuführen auf die Rückzahlung der im Jahr 2016 emittierten Euro-Anleihe. Diese Anleihe, mit einem Volumen von 500 Mio. €, wurde planmäßig im September 2024 zurückgezahlt. Gleichzeitig erfolgte eine Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die im Wesentlichen aus der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 200 Mio. € resultierte. Darüber hinaus führten die zum Bilanzstichtag im Bestand befindlichen Commercial Papers in Höhe von 40 Mio. € zu einem Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten. Die verbleibenden Euro-Anleihen in Höhe von 1,5 Mrd. € haben entsprechend ihrer Laufzeit folgende Fälligkeiten: 1,0 Mrd. € sind innerhalb eines Zeitraums zwischen einem und fünf Jahren und weitere 500 Mio. € sind im Jahr 2030 oder später fällig. Darüber hinaus sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 469 Mio. € im Jahr 2025, weitere 152 Mio. € innerhalb eines Zeitraums zwischen einem und fünf Jahren und 200 Mio. € im Jahr 2030 oder später fällig. Alle übrigen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.